Porsche will seinen Sparkurs noch verschärfen und fordert weitgehende Zugeständnisse der Beschäftigten. Laut Betriebsrat will die Volkswagen-Tochter in den Verhandlungen vor allem an den Standorten Weissach (Kreis Böblingen) und Stuttgart-Zuffenhausen massive Einsparungen vornehmen. Dabei sei auch die Auslagerung ganzer Betriebsteile und Fahrzeuge als Punkt genannt worden. Zuerst hatten die "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" berichtet.
Porsche stehe vor "immensen Herausforderungen"
Geplant sind nach Angaben des Betriebsrats die Streichung von Einmalzahlungen und Jubiläumsleistungen. Auch bei der Altersvorsorge soll gekürzt werden. Zusätzlich habe das Unternehmen in den Verhandlungen über das neue Sparpaket auch einen Personalabbau im Angestelltenbereich sowie die Verlagerung von Dienstleistungsumfängen zur Diskussion gestellt, teilte der Betriebsrat mit. Ferner soll es "Anpassungen" beim Homeoffice und der Arbeitszeit sowie eine "Erhöhung der Flexibilität" geben, wie die Zeitungen unter Berufung auf eine ihr vorliegende Auflistung berichten.
Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass es mit der Arbeitnehmervertretung über die Senkung von Personalkosten sprechen wolle. Zur Höhe des angestrebten Einsparvolumens wollten weder das Unternehmen noch der Gesamtbetriebsrat Angaben machen.
Betriebsrat fordert Beschäftigungssicherung bis 2035
Porsche erklärte in der Sache gegenüber dem SWR: Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen seien erhebliche Kostenoptimierungen zwingend erforderlich. Darüber spreche man mit der Arbeitnehmerseite im Rahmen eines zweiten Zukunftspakets - weiterhin vertraulich und auf Augenhöhe. Nächste Woche findet bei Porsche eine Betriebsversammlung statt.
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ibrahim Aslan sagte den "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung": "Gesamtbetriebsrat und IG Metall sind in Gesprächen mit dem Vorstand über ein Zukunftspaket, um Porsche und Belegschaft gut für die Zukunft aufzustellen." Der Standpunkt des Betriebsrats sei klar: "Wir brauchen eine Beschäftigungssicherung mindestens bis 2035 und erwarten ein klares Bekenntnis des Vorstands zu unseren deutschen Porsche-Standorten."
Die aktuelle Beschäftigungssicherung gilt nach früheren Angaben bis Mitte 2030 für ungefähr 23.000 Mitarbeiter im Stammwerk Zuffenhausen, im Entwicklungszentrum in Weissach sowie an mehreren kleineren Standorten. Liefe die Maßnahme aus, wären betriebsbedingte Kündigungen möglich.
1.900 Stellen sollen bis 2029 wegfallen
Erst im Februar wurde ein erstes Sparpaket verkündet, wonach 1.900 Jobs bis 2029 gestrichen werden - wegen der Beschäftigungssicherung sozialverträglich. Im Juli kündigte der scheidende Vorstandschef Oliver Blume intern eine weitere Sparrunde an.
Krisenstimmung bei Sportwagenhersteller Porsche baut 1.900 Stellen ab - Weissach und Zuffenhausen betroffen
Bis 2029 will Porsche in BW 1.900 Menschen weniger beschäftigen. Die Stellen sollen durch Altersteilzeit abgebaut werden. Was nach 2030 kommt, ist noch offen.
Angesichts der milliardenschweren Belastungen durch den Strategieschwenk, wieder verstärkt Verbrenner zu bauen, geht die Porsche-Führung in diesem Jahr von deutlich weniger Gewinn aus. Die Kosten für den Unternehmensumbau summieren sich auf 3,1 Milliarden Euro, wie Porsche Mitte September mitteilte.