Nach Informationen des "Handelsblatts" will der neue Porsche-Chef Michael Leiters den Beschäftigten bei diesem zweiten Sparpaket entgegenkommen. Für die deutschen Standorte soll die Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 verlängert werden. Es soll auch wieder mehr Homeoffice möglich werden und eine nur im Tarifgebiet Nordwürttemberg/Nordbaden geltende Ruhe-Pause unangetastet bleiben. Obwohl diese sogenannte Steinkühler-Pause die Arbeitszeit in der Produktion pro Woche um fast drei Stunden verkürzt.
Infos an die Mitarbeiter vor der Sommerpause
Die Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Porsche spricht von einem "Zukunftsplan". Kommenden Montag will das Unternehmen die Beschäftigten auf der traditionellen Betriebsversammlung vor der Sommerpause über die Pläne informieren.
Laut "Manager Magazin" könnten nun nochmal durch das zweite Sparpaket bis zu 5.000 weitere Stellen abgebaut werden. Ähnlich berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Danach sieht die Einigung vor, dass das Unternehmen rund 5.000 Stellen am Stammsitz in Zuffenhausen und am Entwicklungszentrum in Weissach abbaut, übertarifliche Zulagen streicht und die Produktion strafft, also technische Kapazität in den Werken verringert.
Noch knapp 42.000 Beschäftigte bei Porsche weltweit
Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im März einen umfassenden weiteren Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt - zusätzlich zum ersten Sparpaket. Bis 2029 sollen in der Region Stuttgart bereits rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Auch die Verträge von etwa 2.000 befristeten Angestellten sind ausgelaufen. Im Mai hatte der Konzern angekündigt, drei Tochterfirmen mit insgesamt weiteren 500 Beschäftigten zu schließen.
Bei Porsche arbeiteten Ende des Jahre 2025 knapp 42.000 Menschen, fast 36.000 davon in Deutschland.
Jede vierte freie Porsche-Aktie ein Leerverkauf
Viele Porsche-Aktionäre wetten offenbar derzeit auf weiter fallende Aktienkurse. Seit dem Börsengang 2022 hat die Aktie des Stuttgarter Sportwagenbauers schon rund 45 Prozent an Wert verloren. Die Wette auf fallende Kurse läuft über sogenannte Leerverkäufe: Jede vierte frei handelbare Porsche-Aktie ist im Moment ein Leerverkauf. Damit würden so viele Investoren wie bei keinem anderen europäischen Autobauer auf fallende Kurse wetten. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich auf Daten der Bank of America, einer der größten US-Banken.
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Leerverkäufe sind umstritten
Bei einem Leerverkauf leiht sich ein Anleger Aktien, verkauft diese sofort weiter und hofft, dass er sie später günstiger wiederbekommt, wenn er sie zurückgeben muss. Die Differenz behält er als Gewinn. Leerverkäufe (auch Short Selling genannt) sind umstritten. Kritisiert wird, dass sie in Krisenzeiten den Druck auf Unternehmen erhöhen können. Befürworter von Leerverkäufen argumentieren, dass sich mit dieser Praxis auch schnell ein realistischer Aktienpreis ergibt. Der Leerverkauf stabilisiere den Finanzmarkt und bilde ein Gegengewicht zu Hypes oder Blasen.
Bis Oktober muss Strategie und neues Team stehen
Beim Kapitalmarkttag am 7. Oktober muss Porsche-Chef Leiters seine "Strategie 2035" vorstellen. Bei der Hauptversammlung im Juni wurde als Ziel eine operative Rendite zwischen zehn und 15 Prozent ausgegeben. Vom 20-Prozent-Ziel hat sich Porsche verabschiedet.
Bis Oktober soll auch das neue Führungsteam stehen. Der Sportwagenbauer bekam mit Tobias Sühlmann im Februar einen neuen Designchef. Neuer Produktionschef wird wohl Christian Friedl, berichtet das "Manager Magazin".
"Liebhabervolumen" in China
Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Porsche 122.306 Fahrzeuge aus, 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Alle Werke und Abteilungen, die auf eine Kapazität bis zu 400.000 Autos eingestellt sind, sollen sich nun auf ein Volumen in Richtung 200.000 orientieren, berichtet das "Handelsblatt".
Setzt sich in China der schwache Verkauf weiter fort, wird Porsche auf dem weltweit größten Automarkt dieses Jahr unter der Marke von 30.000 Auslieferungen bleiben. Porsche-Manager würden dies schon intern als "Liebhabervolumen" bezeichnen. Das US-Geschäft ist durch Zölle belastet. Im Gegensatz zu BMW und Mercedes hat Porsche in den USA kein eigenes Werk.
Keine Mitarbeitervergütung nach Krisenjahr
Porsche galt jahrelang als der Autohersteller, der sich mit die höchsten Sonderzahlungen leisten konnte. 2023 gab es eine Prämie von bis zu 9.690 Euro. Für das Geschäftsjahr 2025 haben Porsche-Mitarbeitende erstmals keine Sonderzahlung erhalten. Allerdings wurde das Weihnachtsgeld weiterhin freiwillig auf bis zu 100 Prozent eines Monatsgehalts aufgestockt. Üblich sind in der Branche 25 bis 55 Prozent.