Porsche baut Arbeitsplätze ab - und möglicherweise doppelt so viele wie bisher angekündigt. Bis 2029 sollen 3.900 Stellen wegfallen, das ist seit Jahresanfang bekannt. Laut einem Bericht des "Handelsblatts" könnten weitere 4.000 Stellen dazukommen.
Betroffen dabei könnten vor allem das Management und die Verwaltung sein, heißt es in dem Bericht. Am Entwicklungsstandort Weissach (Kreis Böblingen) stehen laut Bericht "rund 30 Prozent der Kapazitäten auf dem Prüfstand". Derzeit arbeiten dort rund 7.000 Menschen.
Steht Weissach vor Sparmaßnahmen wegen Stellenstreichungen bei Porsche?
Dort sorgt man sich vor einem Rückgang der Gewerbesteuer-Einnahmen. Jens Millow (parteilos), Bürgermeister von Weissach, sagte dem SWR: "Das hätte natürlich eine große einschneidende Wirkung, daraus berechnet sich die Gewerbesteuer und dann würde da weniger in unsere Gemeinde fließen. Das hätte natürlich Konsequenzen mit denen wir arbeiten und überlegen müssten, was wir machen."
Weniger Gewerbesteuer heißt weniger Geld für die Gemeinde. Weissach müsse sich Sparmaßnahmen überlegen, sagt der Bürgermeister. "Da sind wir schon fleißig dran, denn es war in den letzten Jahren ja ein Trend absehbar."
Ende Juli soll das Porsche-Sparpaket vorgestellt werden
Porsche bestätigte die konkreten Zahlen auf Anfrage des SWR nicht. Ein Sprecher sagte: "Wir prüfen derzeit alle Bereiche darauf, wie wir uns schlanker und effizienter aufstellen können. Der Fokus liegt dabei zunächst bewusst auf den Management-Strukturen." Das Paket soll bis Ende Juli vorgestellt werden.
Laut "Handelsblatt"-Bericht sind im Management vor allem Führungskräfte unterhalb des Vorstands betroffen. Intern soll der Führungskreis schon informiert worden sein.
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Autoindustrie in Deutschland in der Krise
Für Porsche lief es zuletzt schlecht: Die Gewinne des Sportwagenbauser sind um mehr als 90 Prozent eingebrochen, der Absatz in China schwächelt und die Kosten für den Umbau zur E-Mobilität sind hoch.
Auch andere Hersteller stecken in der Krise, etwa VW, der Mutterkonzern von Porsche. Laut einem Bericht des "Manager Magazins" Ende Juni könnte das Unternehmen bis zu 100.000 Stellen streichen. In Deutschland könnten in diesem Rahmen vier Werke geschlossen werden, unter anderem das Audi-Werk in Neckarsulm. An diesem Donnerstag soll der Aufsichtsrat von VW über das Sparpaket abstimmen.