Impfempfehlung für Säuglinge

RS-Virus bei Säuglingen: Impfung zeigt laut Kliniken deutliche Wirkung

Bei Säuglingen sorgten RSV-Wellen oft für schwere Verläufe. Kinderkliniken waren überlastet. Doch Ärzte sind mittlerweile entspannter. Grund dafür ist die Impfung gegen das Virus.

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Von Autor/in Berkan Cakir

Die seit 2024 geltende Impfempfehlung für Säuglinge gegen das RS-Virus zeigt laut Klinikärzten offenbar Wirkung. "Die Impfung hat sich an unserer Klinik beeindruckend ausgewirkt und eine dramatische Entlastung gebracht", sagt Martin Heideking, Oberarzt in der Neonatologie (Neugeborenenmedizin) und Infektiologie der Universitätskinderklinik Tübingen. Die schweren Verläufe bei Säuglingen seien dadurch erfolgreich reduziert worden.

RS-Virus: Kinderklinik rechnet mit wenig schweren Verläufen

Die RSV-Welle hat laut Robert Koch-Institut bereits begonnen. Insbesondere bei den 1- bis 4-Jährigen sind die Fallzahlen im Vergleich zur Vorwoche stark gestiegen. Sorgen bereitet das den Klinikärzten nicht. "Wir gehen davon aus, dass es ähnlich gut verlaufen wird wie im vergangenen Jahr", sagt Heideking. Die meisten Säuglinge seien gegen das RS-Virus geimpft, er rechne daher nur mit wenigen schweren Verläufen.

Auch das Klinikum in Stuttgart ist optimistisch. Bisher sei die Zahl der Kinder, die wegen RSV in der Klinik behandelt werden müssen, auf einem "eher niedrigen Niveau". Es sei zwar zu erwarten, dass die Zahl noch zunehme. "Aber schon letztes Jahr sind wir deutlich unter dem geblieben, was vor Einführung der Immunisierung aller Säuglinge im Winter los war", so Friedrich Reichert, Leiter der Kinderinfektiologie und der Kindernotaufnahme.

90 Prozent der Säuglinge sind gegen RSV geimpft

Zum Vergleich: In der Infektionssaison 2023/24 mussten rund 630 Säuglinge in der Stuttgarter Kinderklinik behandelt werden. Im Oktober 2024 begannen die Immunisierungen gegen das RS-Virus. Rund 90 Prozent der im Olgahospital geborenen Kinder seien geimpft worden. Im Winter danach waren es laut Angaben nur noch 220 Kinder mit schweren Verläufen. Betroffen seien vor allem ungeimpfte Säuglinge gewesen.

Das RS-Virus hatte Kinderkliniken in Deutschland in den Wintern nach der Corona-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Tausende Säuglinge mussten wegen schweren Verläufen behandelt werden, was das Gesundheitssystem an die Kapazitätsgrenze brachte.

RS-Virus stellt nicht nur für ungeimpfte Säuglinge eine Gefahr dar

Erst die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) habe für Entlastung an den Kliniken gesorgt, so Heideking von der Universitätskinderklinik Tübingen. Das zeigten auch Studien. "Wenn der gesamte Jahrgang geimpft wird, kann man die stationären Aufnahmen um etwa 80 Prozent reduzieren."

Betroffen von schweren Verläufen sind allerdings nicht nur kleine Kinder. Auch bei Senioren ab 75 Jahren und Personen ab 60 Jahren mit Grunderkrankungen besteht die Gefahr, aufgrund einer RSV-Infektion schwer zu erkranken. Für diese Gruppen empfiehlt die STIKO ebenfalls eine Impfung.

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Berkan Cakir
SWR Aktuell-Redakteur Berkan Cakir

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