Weihnachtsbäume schmücken jedes Jahr Millionen Wohnzimmer - doch was passiert mit ihnen nach dem Fest? Im Kreis Heidenheim werden die ausgedienten Christbäume nicht einfach entsorgt, sondern in einem Heizkraftwerk zur Energiegewinnung genutzt.
Aus den Nadeln und Ästen werden Strom und Wärme erzeugt, wie Jürgen Wiedenmann vom Heizkraftwerk Herbrechtingen erklärt: "Die Entsorgung findet energetisch hochwertig statt. Wenn wir ihn irgendwo in den Wald schmeißen, verrottet der Baum und setzt genauso viel CO2 frei, wie wenn wir ihn verbrennen."
Weihnachtsbäume als wertvolle Ressource
Der Prozess der Energiegewinnung beginnt mit dem Sammeln der Bäume. Im Kreis Heidenheim werden sie mit Lkws zum Entsorgungszentrum gebracht, wo ein Häcksler die bis zu zwei Meter hohen Tannen in handliches Häckselgut zerkleinert. Eine wertvolle Ressource im Heizkraftwerk.
So ein Christbaum ist auch ein Energiespeicher und deswegen ist es natürlich sinnvoll, die Christbäume thermisch zu nutzen.
Deswegen sei es sinnvoll, "sie thermisch zu nutzen, egal ob zur Strom- oder zur Wärmebereitstellung, weil wir damit die Nutzung von fossilen Energieträgern verhindern und damit fossile CO2-Emissionen einsparen", erklärt er.
Vom Wohnzimmer ins Heizkraftwerk
Im Heizkraftwerk Herbrechtingen werden die gehäckselten Weihnachtsbäume zusammen mit anderem Holzmaterial in einer Brennkammer verbrannt. Die dabei entstehende Wärme wird genutzt, um Wasser zu Dampf zu erhitzen. Dieser treibt eine Turbine an, die Strom erzeugt. Pro Stunde liefert die Anlage 15 Megawatt elektrischen Strom - genug, um etwa viereinhalb Haushalte ein Jahr lang mit Energie zu versorgen.
Doch die Weihnachtsbäume allein reichen nicht aus, um die Anlage dauerhaft zu betreiben. "Wir bekommen aus dem Landkreis Heidenheim etwa sechs Lkw-Ladungen Weihnachtsbäume. Damit können wir die Anlage etwa acht Stunden auf Volllast betreiben", so Wiedenmann. Zusätzlich werden Altholz und Baumschnitt als Brennmaterialien genutzt.
Kurze Transportwege und doppelte Nutzung
Die Nutzung der Weihnachtsbäume als Biomasse hat gleich mehrere Vorteile: Sie fallen regional an, haben kurze Transportwege und wurden bereits als Dekoration genutzt, bevor sie zu Energie umgewandelt werden. "Die Weihnachtsbäume sind zwar nur ein kleiner Teil unseres Brennmaterials, aber sie sind trotzdem wichtig", betont Wiedenmann.
So endet der Lebenszyklus eines Weihnachtsbaums nicht nach den Feiertagen. Stattdessen leistet er einen Beitrag zur nachhaltigen Energiegewinnung - und sorgt nicht nur an Weihnachten für ein warmes Zuhause.