"Good news für das Ländle"

Gemeinsame Akkus für Elektrowerkzeuge im Profi-Bereich: Kärcher und Stihl arbeiten zusammen

Der Reinigungsgerätehersteller Kärcher und der Motorsägenproduzent Stihl haben eine gemeinsame Akku-Allianz gestartet. Stihl-Akkus sollen auch bei Kärcher eingebaut werden.

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Von Autor/in Geli Hensolt

Von Stihl neu entwickelte und produzierte Akkusysteme werden künftig auch in Profi-Geräten von Kärcher eingesetzt. Das haben die beiden Familienunternehmen heute auf einer gemeinsamen Veranstaltung in Winnenden im Rems-Murr-Kreis bekannt gegeben.

Kooperation bei Akkus soll Synergien schaffen

Michael Traub, der Chef von Stihl, sprach anlässlich des Startschusses der Akku-Allianz von "good news für das Ländle". Professionelle Anwender benötigten Systeme, die viele Aufgaben abdeckten, Komplexität reduzierten und Investitionen langfristig nutzbar machten.

Kärcher-Chef Hartmut Jenner betonte, die Zusammenarbeit sei weit mehr als nur eine technische Lösung. Mit der Kooperation der beiden Familienunternehmen treibe man die Elektrifizierung professioneller Anwendungen konsequent voran.

Nach Angaben der beiden Mittelständler sollen künftig zahlreiche weitere Partner wie für Forstwinden, Geräteträger oder mobile Tankstellensysteme das neue System in ihren Geräten nutzen. Die Kooperation sichere den Kunden einen entscheidenden Vorteil: Diese können den Angaben zufolge die gleichen Akkus in den professionellen Reinigungsgeräten von Kärcher und in den Motorgeräten von Stihl nutzen. Ab 2027 sollen die Kärcher Geräte mit 36-Volt-Stihl-Akkus auf dem Markt erhältlich sein.

Investitionen von mehreren Millionen Euro

Von den weltweit verkauften Geräten von Stihl sind aktuell 27 Prozent mit Akku betrieben, wie Stihl-Chef Traub mitteilte. In das neue System habe der Motorsägenhersteller in den vergangenen zwei bis drei Jahren einen kleinen dreistelligen Millionen-Betrag investiert.

Kärcher hat nach eigenen Angaben 10 Millionen Euro investiert, um seine Geräte auf die Stihl-Akkus anzupassen. Nach Angaben von Jenner werden von Kärcher 40 Prozent der Geräte schon mit Akku betrieben. 

Die Zellen für die Akkus kommen laut Stihl von Herstellern aus Asien, produziert werden sie in Werken in Rumänien, in den USA und auf den Philippinen.

Bestehende Akku-Kooperationen in Deutschland

Seit 2018 gibt es bereits eine von Metabo ins Leben gerufene Akku-Allianz mit dem Namen CAS: "Cordless Alliance System". Inzwischen vereint sie 50 mittelständische Hersteller von Elektrowerkzeugen für Profis. Mit einem Akku können 500 verschiedene Maschinen betrieben werden. Metabo hatte einst das eigene Akku-System für andere Hersteller geöffnet.

Auch Bosch Power Tools ist schon seit Jahren dabei, seine Akku-Aktivitäten mit anderen Partnern zu teilen. Aktuell gehören 34 Partner dieser AmpShare Akku-Allianz für Profianwender an. Eine andere Kooperation für Heimanwender umfasst aktuell elf führende Marken, die das gemeinsame Akkusystem nutzen: Bosch (Home & Garden), Gardena, Husqvarna, BSH Hausgeräte, Flymo, Gloria, Wagner, Rapid, Steinel, Ledvance und HK Audio.

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Geli Hensolt
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Jutta Kaiser
Bild von Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

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