Der deutsche Regisseur Tobias Eckerlin ist unter den diesjährigen Gewinnern der Studenten-Oscars. Der Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg konnte den begehrten Preis mit seinem animierten Kurzfilm "A Sparrow's Song" holen. Neben ihm war aus Ludwigsburg auch noch der animierte Diplomfilm "The Undying Pain of Existence" von Oscar Jacobson im Rennen um den Studierenden-Oscar.
Die Trophäen für die Gewinner-Kurzfilme in insgesamt vier Kategorien werden am Montag (Ortszeit) in New York verliehen. Und bis dahin bleibt es für Eckerlin auch spannend. Denn er weiß zwar schon, dass er zu den Siegern gehört, die Reihenfolge der Preise - Gold, Silber oder Bronze - wird aber erst bei der Preisverleihung bekannt gegeben. Die anderen beiden Gewinnerfilme in der Kurzfilm-Sparte "Animation" kommen von Hochschulen in Frankreich und den USA.
Studenten-Oscar: Mehr als 3.000 Einreichungen
Die Oscar-Akademie in Los Angeles gab die Preisträger Ende August bekannt. Demnach setzten sich 12 Filme von Nachwuchsregisseuren in dem 52. Studenten-Wettbewerb durch. In diesem Jahr waren mehr als 3.000 Beiträge von knapp 1.000 Studieneinrichtungen aus aller Welt eingegangen.
Verliehen werden Preise in den Kategorien "Narrative/Erzählung", "Animation", "Dokumentation" und "Alternative/Experimental". Alle Preisträger können mit ihren Filmen auch in den Kurzfilm-Sparten beim Oscar-Wettbewerb 2026 mitmachen.
Dass er unter den Gewinnerinnen und Gewinnern ist, hat Eckerlin per Zoom-Call erfahren. "Wir sind megaglücklich. Das ist eine der wichtigsten Auszeichnungen, die man sich wünschen kann", sagte er dem SWR. "Das war echt schön." Er freue sich aber auch für das Animationsinstitut der Filmakademie und die Region. "Wir sind hier stark in dem Bereich, und das ist eine echte Bestätigung", so Eckerlin.
"A Sparrow's Song": Mehr als drei Jahre Arbeit an dem Film
In dem gut neunminütigen Film "A Sparrow's Song" erzählt Tobias Eckerlin von einer verwitweten Luftschutzwartin, die mitten im Zweiten Weltkrieg einen sterbenden Spatzen findet, den sie zu retten hofft. Ihr Klavierspiel wird eine gemeinsame Sprache. Der Regisseur, 1993 in Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) geboren, hatte drei Jahre lang mit teils mehr als 50 Helferinnen und Helfern an dem Film gearbeitet.
Die Luftschutzwartin als auch den Spatzen gab es wirklich, erklärt Eckerlin. Sogar zwölf Jahre hätten die beiden seinen Recherchen zufolge zusammen gelebt. Ihn habe die Geschichte beeindruckt. "Nur haben sie im echten Leben Karten-Tricks zusammen gemacht und nicht Klavier gespielt, um die Leute im Luftschutzbunker abzulenken", sagt Eckerlin. Aber das sei für ihn eine gute Grundlage gewesen.
Studenten-Oscar: Sprungbrett nach Hollywood?
Mit den Trophäen ehrt die Akademie seit 1972 Auslands-Regisseure und junge Talente von Filmhochschulen in den USA. Im vorigen Herbst etwa holte der deutsche Nachwuchsregisseur Jens Kevin Georg, Absolvent der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam, den Student Academy Award in Silber für seinen Live-Action-Kurzfilm "Kruste".
Der Studenten-Oscar hat sich als mögliches Sprungbrett für eine Hollywood-Karriere erwiesen. Regisseure wie John Lasseter ("Toy Story"), Spike Lee ("Malcolm X"), Robert Zemeckis ("Zurück in die Zukunft") und Cary Fukunaga ("Keine Zeit zu sterben") zählen zu den früheren Preisträgern.