Nach der Baustelle ist vor der Baustelle: Die Stadt Stuttgart plant, den Nesenbachkanal unter der B14 (Cannstatter Straße) entlang des Unteren Schlossgartens zu sanieren. Dafür sind nun ab kommendem Freitag (21. November) Vorbereitungsarbeiten geplant. Die eigentlichen Bauarbeiten ab Ende 2026 sind auf fünf Jahre angelegt - also bis 2031.
In dieser Zeit sollen die Fahrbahnen beiderseits von drei auf zwei Spuren verengt werden. Derzeit laufen direkt im Anschluss an diese Strecke noch die letzten Arbeiten am Leuzeknoten. Diese hatten - zusammen mit den Bauarbeiten für den Rosensteintunnel - zuletzt über Jahre für Staus und Behinderungen gesorgt.
Hohe Belastung für Pendler - Schienenersatzverkehr geplant
Damit kommen auf Autofahrer und -fahrerinnen weitere Behinderungen zu. Das könnte gerade die Pendlerinnen und Pendler in den Stoßzeiten treffen, wenn die Auslastung der Haupteinfallstraße aus Richtung Bad Cannstatt, Remstal und Neckartal ohnehin hoch ist. Der Stadt ist die Belastung bewusst: Im Rahmen der Arbeiten am Bahnprojekt Stuttgart 21 werden wohl ab der zweiten Jahreshälfte 2026 Schienenersatz-Busse fahren. Um diese nicht zu behindern, will die Stadt bis dahin die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen haben, damit diese Busse nicht auch noch auf der B14 im Stau stehen.
Vorläufig fertig: Weiter Staus am Leuzeknoten in Stuttgart
Ab dem 21. November geht es erst einmal nur um eine sogenannte Baufeldfreimachung, also das Freiräumen der erforderlichen Fläche, auf der dann für die spätere große Baustelle Materialien, Maschinen und Baustelleninfrastruktur untergebracht werden. Betroffen ist der Abschnitt ab dem Schwanenplatztunnel/Leuzeknoten bis zur der Schwabengarage (Ecke Cannstatter Straße, Heilmannstraße und Am Neckartor). Während der Arbeiten könne es zu temporären Beeinträchtigungen des Verkehrs kommen, so die Stadt. Die Baufeldfreimachung dauert voraussichtlich bis Ende Mai 2026.
Nesenbachkanal durch Streusalz stark beschädigt
Die Kanal-Bauarbeiten sollen laut Stadt insgesamt mehr als 100 Millionen Euro kosten. Zuständig für die Arbeiten ist die Stadtentwässerung Stuttgart. Der Nesenbach ist ein sogenannter Hauptsammler, in dem viel Abwasser der Stadt abgeleitet wird. Der Kanal liegt stadteinwärts unter den drei Fahrspuren der B14. Er hat eine Breite von rund 7,60 Metern und eine Höhe von 3 bis 5 Metern.
Laut Stadt soll der im Kanal verbaute Stahlbeton vor allem wegen der einsickernden Streusalze der Straße darüber stark korrodiert sein. Sofern man nicht saniere, sei mit "einem Versagen der Deckenplatten zu rechnen".