In Stuttgart-Degerloch ist am Sonntagmittag eine Weltkriegsbombe entschärft worden. Rund 1.000 evakuierte Anwohnerinnen und Anwohner konnten danach zurück in ihre Wohnungen und Häuser. Auch die Sicherheitszone um den Fundort des Blindgängers wurde von der Polizei später wieder freigegeben.
Stuttgart-Degerloch: Seniorenwohnanlage geräumt
Am Sonntagmorgen hatten rund 1.000 Menschen im Stadtteil Hoffeld in Stuttgart-Degerloch ihre Häuser und Wohnungen räumen müssen. Die Entschärfung der Bombe begann am Vormittag. Die Polizei begann um 9 Uhr mit der Evakuierung. Im Sicherheitsbereich befand sich unter anderem eine Seniorenwohnanlage. Nach Angaben der Stadt waren die Senioren und Seniorinnen bereits ab 8 Uhr evakuiert worden. Der Radius der Sicherheitszone betrug 600 Meter.
Notunterkunft in der Turnhalle in Degerloch
Betroffene Anwohnerinnen und Anwohner in Hoffeld waren von der Stadt zuvor bereits schriftlich informiert worden. Wer während der Evakuierung keine andere Aufenthaltsmöglichkeit hatte, konnte die Turn- und Versammlungshalle Degerloch als Notunterkunft aufsuchen. Laut Polizei nutzten rund 40 Personen dieses Angebot.
Gegen 13:15 Uhr war der Blindgänger schließlich entschärft. "Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte die Evakuierung ruhig und sicher durchgeführt und die Bombe erfolgreich entschärft werden", sagte Feuerwehreinsatzleiter Michael Idler laut einer Mitteilung.
Bombe lag rund 80 Jahre lang unter Degerloch
Bei der Bombe handelte sich um einen etwa 500 Kilogramm schweren britischen Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg. Fachleute vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg hatten den Blindgänger bei regulären Untersuchungen entdeckt. Er schlummerte seit rund 80 Jahren im Erdreich in Degerloch.
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Stuttgart: Immer wieder werden Bomben gefunden
In Stuttgart sind in den vergangenen Monaten immer wieder Weltkriegsbomben gefunden worden, etwa vergangenen Herbst in Stuttgart-Weilimdorf. Oft kann die Entschärfung aber nicht an einem späteren Zeitpunkt geplant werden. So mussten bei Funden von Blindgängern in Untertürkheim und in den Birkenäckern Anwohnerinnen und Anwohner noch am selben Tag für mehrere Stunden ihre Wohnungen und Häuser verlassen.