Beim Elektrokonzern Bosch könnte der Sparkurs verschärft werden. Im Gespräch mit der "Stuttgarter Zeitung" sagte Bosch-Arbeitsdirektor Stefan Grosch, der Stiftungskonzern wolle die Kosten weltweit um 2,5 Milliarden Euro pro Jahr drücken.
Entscheidung soll bald fallen
Die dazu notwendigen Beschlüsse würden noch in diesem Jahr gefällt und mit den Arbeitnehmervertretern besprochen, so Grosch im Zeitungsinterview. Schon in den kommenden zwei Jahren wolle man bei den Sparplänen ein großes Stück vorankommen, bis 2030 soll das 2,5 Milliarden-Euro-Ziel dann erreicht sein.
Was dieses Ziel konkret für die Beschäftigten bedeutet, ist derzeit noch unklar. Möglich sei es, die Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter bei Bosch Mobility zu verlängern, sollte die Arbeitnehmerseite die Sparpläne mittragen, so Grosch. Bisher gilt ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen in der Automobilsparte des Technologiekonzerns bis Ende 2027.
Kritik von der Arbeitnehmervertretung
Von der Arbeitnehmervertretung kommt Kritik an der neuen Sparankündigung. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Bereichs Mobility, Frank Sell, nannte das Vorgehen eine "Salamitaktik". Stattdessen müsse das Management nun zeitnah konkret sagen, was geplant ist.
Zur Begründung für die verstärkten Sparbemühungen verwies der Bosch-Manager auf veränderte Rahmenbedingungen für Technologieunternehmen. Um im Wettbewerb bestehen und Investitionen tätigen zu können, brauche Bosch eine Rendite in Höhe von sieben Prozent. Außerdem habe der Strukturwandel die Kalkulation verändert. Im Vergleich mit der Produktion von Dieselantrieben brauche es für die Elektromobilität nur noch ein Zehntel der Arbeitskraft.