Der Technologiekonzern Bosch hat nach mehreren Ankündigungen des Stellenabbaus weitere Sparmaßnahmen bekannt gegeben. Dabei geht es um die Arbeitszeit und die Gehälter von insgesamt rund 600 Beschäftigten an den Forschungsstandorten in Renningen (Kreis Böblingen) und im niedersächsischen Hildesheim, wie das Unternehmen mitteilte. Betroffen seien aber vor allem Mitarbeitende in Renningen, teilte eine Bosch-Sprecherin dem SWR am Donnerstag mit.
Am Mittwoch verkündete bereits der Maschinenbauer Dürr einen Stellenabbau:
Maschinenbauer will 50 Millionen Euro sparen Bietigheim-Bissingen: Dürr baut 500 Stellen in der Verwaltung ab
Die Firma Dürr in Bietigheim-Bissingen will rund 500 Stellen in der Verwaltung streichen. Dadurch sollen beim Maschinenbauer jährlich 50 Millionen Euro gespart werden.
Bosch spart Personalkosten durch weniger Arbeitszeit
Laut Bosch werden die Arbeitszeiten von Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung ab 2026 von 38 beziehungsweise 40 Stunden auf die tarifliche Wochenarbeitszeit von 35 Stunden gekürzt. Die Beschäftigten werden dementsprechend auch weniger verdienen. Bosch spart damit einen Teil der Personalkosten.
Ein Grund für die Entscheidung ist nach Angaben des Unternehmens die derzeit schwierige wirtschaftliche Lage. Schon seit längerem macht Bosch die Krise in der Automobilbranche zu schaffen. Hinzu kommt laut dem Unternehmen, dass sich der Absatz seiner Produkte in verschiedenen Technologiefeldern noch nicht so entwickelte wie erwartet. Bosch spricht in diesem Zusammenhang von einer "verzögerten Marktentwicklung".
Bosch kürzt deutschlandweit Arbeitszeit
Die Senkung der Arbeitszeit und der Bezahlung solle auch zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen, heißt es vom Unternehmen. Deutschlandweit hat der Konzern die Wochenarbeitszeit bereits für rund 10.000 Beschäftigte an verschiedenen Standorten reduziert. Dazu gehörden auch Standorte wie Stuttgart-Feuerbach, Abstatt (Kreis Heilbronn), Schwieberdingen (Kreis Ludwigsburg) und Leonberg (Kreis Böblingen).
1.100 Arbeitsplätze sollen in Reutlingen wegfallen Stellenabbau bei Bosch: Das sagen die Beschäftigten
Schock, Wut, Angst: Gerade wurde bekannt, dass Bosch in Reutlingen bis zu 1.100 Stellen streichen will. Viele Beschäftigte sind aufgewühlt.
Bereits am Dienstag gab Bosch bekannt, dass das Unternehmen seinen Standort in Reutlingen neu aufstellen und mehr als tausend Arbeitsplätze streichen will. Diese Ankündigung reiht sich ein in eine Serie von ähnlichen Bosch-Mitteilungen aus den letzten Monaten. So soll beispielsweise das Werk von Bosch Power Tools in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) nach 2026 geschlossen werden, wogegen Beschäftigte im Mai protestierten.
Widerstand der Belegschaft Bosch Power Tools: Proteste gegen Werksschließung in Leinfelden-Echterdingen
Das Werk von Bosch Power Tools in Leinfelden-Echterdingen soll nach 2026 geschlossen werden. 230 Beschäftigte sind davon betroffen. Sie haben jetzt gegen die Pläne demonstriert.
Region Stuttgart: Auch Mahle und Dürr streichen Stellen
Die Krise in der Autobranche führt dazu, dass sich die Meldungen über Sparmaßnahmen häufen. Das betrifft auch Zulieferer in der Region Stuttgart. Der Maschinenbauer Dürr in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) kündigte am Mittwoch an, mehrere hundert Stellen zu streichen. Der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart teilte mit, er habe in den vergangenen zwölf Monaten rund 600 Stellen in Deutschland abgebaut.