Die Schriftstellerin Caroline Wahl wird ab September Markenbotschafterin des Stuttgarter Autobauers Mercedes-Benz. Das hat sie in einem SPIEGEL-Interview gesagt. Darin sagte sie allerdings auch, sie fahre nicht gut Auto, aber dafür schnell.
Ob Mercedes-Benz für diese Fahrweise stehen will und ob der Konzern damit gut fahren wird, wird sich zeigen. Es stellt sich aber die Frage, wer denn sonst so die Unternehmen der Region Stuttgart als neuer Brand Ambassador weit nach vorne bringen könnte.
Wahl: Junge Autorin mit Autoliebe ungewöhnlich
Zunächst aber noch einmal zu Caroline Wahl. Die 31-jährige Schriftstellerin aus Mainz hat mit ihrem Erstlingsroman "22 Bahnen" und dem Nachfolger "Windstärke 17" große Erfolge gefeiert. Im Moment macht sie Promo für ihr neues Buch "1999 Meter über dem Meer", das am Freitag erscheint.
Im SPIEGEL-Interview wird Wahl gefragt, was die Öffentlichkeit an ihr so interessant findet. Unter anderem sei es ungewöhnlich, wenn eine junge Autorin sich Sportwagen kaufe, mutmaßt sie. Für ihre Autoliebe schäme sie sich zwar, erklärte sie unter einem Instagram-Post, unter anderem würden aber mindestens zwei Gründe für einen Autokauf sprechen. Freiheit und - aus Stuttgarter Perspektive besonders nachvollziehbar - die Deutsche Bahn.
Caroline Wahl besitzt bereits ein Mercedes-Cabrio, das sie "Baby" nennt. Allerdings würden ihr andauernd Unfälle passieren. Caroline Wahl verursacht also hin und wieder eine Delle, und fährt schnell, aber nicht gut. Ab September fährt sie als Markenbotschafterin von Mercedes-Benz durch die Welt. Wir haben uns mit einem Augenzwinkern gefragt, wer womöglich ein ähnlich starker Werbepartner für andere Unternehmen in der Region sein könnte.
Packt Florian Wirtz endlich die Maultaschen auf die Eins?
In Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) sitzt mit BÜRGER der Weltmarktführer in Sachen Maultaschen. Die Markenbotschafter kommen dort gerne aus der Fußball-Welt. In den frühen Zweitausenderjahren warb schon VfB-Stuttgart-Kult-Trainer Giovanni Trapattoni mit dem Slogan "Iss schneller fertig als gedacht" für die gefüllte Nudel.
Einen halben Markenbotschafter aus der aktuellen DFB-Elf haben sie bereits: Jamal Musiala. Der gebürtige Stuttgarter liebt Maultaschen. Ein waschechter Coup wäre allerdings die Verpflichtung seines Kumpels Florian Wirtz. Der ist eigentlich für seine Liebe für "normale Kartoffeln" bekannt, die bis heute gilt. Vielleicht isst er Maultaschen ja nicht gern, aber schnell. Seine eigenen könnte er ja immerhin mit Kartoffeln füllen.
Mit Cro gemeinsam an einem neuen Image sägen?
Der Stuttgarter Rapper Cro ist für seine Maske bekannt. Jahrelang war er als Panda auf den Bühnen unterwegs. Daraus könnte man Tierliebe und Naturverbundenheit ableiten. Doch irgendwann machte er einen Cut und sägte an diesem Image. Eine neue Maske musste her - keine Pandas mehr, weg mit dem ganzen Bambus. Also kein Deal mit der Stuttgarter Wilhelma - sondern eine Zusammenarbeit mit dem Motorsägen-Weltmarktführer Stihl aus Waiblingen (Rems-Murr-Kreis)?!
Womit könnte Bahn-Chefin Palla am besten reinen Tisch machen?
"Die Menschen haben es verdient, dass wir reinen Tisch machen", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla Ende Juni in Stuttgart. Sie nannte Gründe für die vielen Probleme beim Projekt Stuttgart 21 und kündigte an, dass kein Stein auf dem anderen bleiben werde. Die Frage ist: Wer makellose Ergebnisse mit sauberer Rhetorik verspricht, bewirbt sich doch womöglich so ganz nebenbei als neues Gesicht für Kärcher?
Auch der Reinigungsspezialist mit Sitz in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) ist ein Weltmarktführer. Noch erwirtschaftet er 86 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Womöglich könnte die Chefin der Deutschen Bahn Geschäftsrouten im Inland erschließen.
Holt sich Stuttgart eine Rap-Ikone?
Auch die Stadt Stuttgart ist immer auf der Suche nach markanten Aushängeschildern - warum nicht aus der Musik. In diesem Sommer hat sich dabei bereits eine besondere Liebe angebahnt, die jetzt in einer Zusammenarbeit gipfeln könnte.
"Vielleicht kriegt ihr nicht genug Sauerstoff wegen dem Kessel" und seid deshalb die "lameste Crowd in Deutschland" hatte Nina Chuba nach einem Konzert in Stuttgart in den Raum geworfen. Die Rapperin anstelle des Fernsehturms auf allen Souvenirs aus der Landeshauptadt. Das würde die Schlagzeilen um Caroline Wahl wahrscheinlich noch toppen.