Der Maschinenbauer und Autozulieferer Dürr aus Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) hatte bereits angekündigt, Stellen in der Verwaltung zu kürzen. Nun gibt das Unternehmen bekannt, um wie viele Stellen es geht: Rund 500 Stellen in der Verwaltung sollen entfallen.
Dürr streicht 500 Stellen in der Verwaltung
Über die Hälfte dieser 500 Stellen soll in Deutschland wegfallen, bestätigte Vorstandschef Jochen Weyrauch der Deutschen Presse-Agentur. Der Stellenabbau treffe dabei nicht nur den Stammsitz in Bietigheim-Bissingen, an dem insgesamt rund 2.300 Menschen beschäftigt sind, sondern auch die meisten anderen Standorte. An welchen Standorten in Deutschland wie viele Verwaltungsstellen abgebaut werden, das steht aktuell noch nicht fest.
Abfindungen statt Kündigungen geplant
Der Stellenabbau soll laut Dürr so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollten im besten Fall vermieden werden. Geplant sind beispielsweise Abfindungsprogramme. Dazu seien nun Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern angesetzt. Durch den Stellenabbau kann Dürr eigenen Angaben nach jährlich 50 Millionen Euro einsparen. Der Effekt soll laut Unternehmen im Jahr 2027 spürbar werden.
Dürr: US-Zollpolitik verunsichert Kunden
Die Nachfrage im zweiten Quartal dieses Jahres habe die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllt, gab Dürr am Mittwoch bekannt. Die Kundschaft sei vor allem wegen der Zollpolitik der USA verunsichert. Das Geschäft mit der Automobilindustrie sei verhalten wegen "der wackligen Konjunktur und der stockenden Umstellung auf E-Autos", teilte der Maschinenbauer mit.
Die Prognose für die Aufträge in diesem Jahr passte Dürr deshalb nach unten an. Statt mit 4,3 bis 4,7 Milliarden Euro rechnet der Anlagenbauer nur noch mit 3,8 bis 4,1 Milliarden Euro.
Dürr trennte sich bereits von Umwelttechnik-Sparte
Im vergangenen Jahr trennte Dürr bereits eine Sparte ab. Im Juni verkündete das Unternehmen dann, die Mehrheit seiner Umwelttechnik-Sparte zu verkaufen. Nun soll auch die Verwaltung verkleinert werden. Ziel sei es, den administrativen Bereich an die neue Unternehmensgröße anzupassen, hieß es in einer Mitteilung von Dürr Ende Juni.
Krise in der Autobranche auch in Region Stuttgart spürbar
Die Krise in der Autobranche führt dazu, dass sich die Meldungen über Sparmaßnahmen häufen. Das betrifft neben Dürr auch weitere Autozulieferer in der Region Stuttgart. Die Firma Mahle aus Stuttgart teilte mit, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten rund 600 Stellen in Deutschland abgebaut habe. Der Technologiekonzern Bosch will nach mehreren Ankündigungen des Stellenabbaus nun auch die Arbeitszeit und die Gehälter von rund 600 Beschäftigten kürzen. Betroffen ist davon vor allem der Forschungsstandort in Renningen (Kreis Böblingen).