Schienenersatzverkehr auf Schönbuchbahn zwischen Tübingen und Dettenhausen

Feuchte und glatte Schienen im Herbst: Neue E-Züge können nicht fahren

Nach 15 Jahren Planung fuhren erst seit Juli neue E-Züge auf der Trasse quer durch den Schönbuch. Nach abgesackten Gleisen im September folgt nun der nächste Rückschlag.

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Von Autor/in Marc-Julien Heinsch

Die neuen Elektro-Züge auf der Schönbuchbahn sorgen in ihrer ersten Herbstsaison für Probleme. Seit Montag ist der Schienenverkehr auf der Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen (Kreis Tübingen) eingestellt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Besonders ärgerlich für Fahrgäste: Der aktuelle Ausfall ist nur das jüngste Kapitel in einer Serie von Verzögerungen und Problemen rund um die erneuerte Schönbuchbahn.

"Extrem ärgerlich": Neue E-Fahrzeuge mit technischen Problemen, weil es Herbst ist

"Mit Kinderkrankheiten ist bei einem neuentwickelten Fahrzeug zu rechnen. Aber dass wir die Züge vorübergehend aus dem Verkehr ziehen müssen, ist extrem ärgerlich", teilte der Böblinger Landrat Roland Bernhard (parteilos) mit. Der Grund laut Mitteilung: Das herbstliche Wetter. Oder etwas ausführlicher: Die eigens in Spanien für die Elektrifizierung der ehemaligen Dieselstrecke entwickelten Triebwagen "Nexio" zeigten technische Probleme, die "auf die herbstlichen Bedingungen mit feuchter oder glatter Schienenoberfläche zurückzuführen sind".

Demnach sei ein Sicherheitssystem der Triebwagen zu sensibel eingestellt. Immer wieder komme es so zu einer unerwünschten Vollbremsung. Die Ursachenforschung beim spanischen Hersteller CAF und dessen Lieferanten laufe "auf Hochtouren". Wann die Züge wieder fahren, könne man derzeit nicht mitteilen, hieß es. Der Böblinger Landrat Bernhard entschuldigte, dafür, die Fahrgäste "zu Beginn des Herbst enttäuschen" zu müssen.

Elektrifizierte Schönbuchbahn: Eine Geschichte voller Rückschläge

Erst Ende Juli waren nach 15 Jahren Planung und Bau die neuen E-Züge auf der Schönbuchbahn in Betrieb gegangen. Die extra für die Streckenanforderungen entwickelten E-Triebwagen hätten eigentlich schon 2021 zugelassen werden sollen. Nach vielem Hin und Her und einem Rechtsstreit, dessen Schaden das Landratsamt Böblingen auf sieben Millionen Euro beziffert, gingen die Züge mit vier Jahren Verspätung an den Start.

Dann sackten im September die Gleise zwischen Dettenhausen und Holzgerlingen (Kreis Böblingen) ab. Und als die Strecke wieder repariert war, zeigten die Triebwagen Ausfallerscheinungen - wohl in Folge des langen Stillstands. Und nun also die Probleme mit ungewollten Vollbremsungen bei herbstlichem Wetter. Die zwölf neuen Züge vom Typ "Nexio" haben rund 67 Millionen Euro gekostet - 12 Millionen Euro davon kamen vom Land Baden-Württemberg, den Rest bezahlte der Schönbuchbahn-Zweckverband, den die Landkreise Böblingen und Tübingen gegründet haben. Betreiber der Strecke ist die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft.

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Marc-Julien Heinsch
SWR-Redakteur Marc-Julien Heinsch

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