Am sogenannten Weißen Sonntag und in den Wochen danach finden in den katholischen Kirchengemeinden die Erstkommunionfeiern statt. Landesweit empfangen dabei jedes Jahr circa 23.000 Kinder erstmals das Sakrament der Eucharistie. Manche Gemeinden starten mit den Feiern aber bewusst schon einen Tag vor dem Weißen Sonntag, auch in der Region Stuttgart.
Warum wird schon früher gefeiert?
In Besigheim (Kreis Ludwigsburg), aber auch in den Stuttgarter Stadtteilen Bad Cannstatt, Hohenheim und Zuffenhausen, feiern erste Gruppen bereits am Samstagvormittag ihre Erstkommunion. Dabei empfangen in aller Regel Neunjährige zum ersten Mal die gewandelte Hostie, nach katholischem Verständnis den Leib Christi. Dass die Feier in manchen Gemeinden schon auf den Samstag vorgezogen wird, hat verschiedene Gründe.
Kleinere Gruppen sind für die Kinder angenehmer.
Zum einen haben viele Pfarrer mehrere Gemeinden und können am Weißen Sonntag nicht überall sein. Zum anderen werden die Kindergruppen aber auch bewusst geteilt. Denn kleinere Gruppen seien für die Kinder angenehmer, sagt Pastoralreferentin Silke Jourdan. Außerdem gebe es dann auch genug Platz für alle Verwandten. In der Bad Cannstatter Liebfrauenkirche feiern deshalb schon diesen Samstag 14 Kinder ihre Erstkommunion.
In der Bad Cannstatter Kirchengemeinde sieht man noch einen weiteren Vorteil. Weit entfernt wohnende Verwandte müssten am Weißen Sonntag oftmals schon am frühen Nachmittag wieder abreisen, um rechtzeitig nach Hause zu kommen. "Teilweise saß die Erstkommunionfamilie am Weißen Sonntag schon um 16 Uhr allein da", erklärt Silke Jourdan. Wenn schon am Samstag gefeiert wird, können diese Verwandten länger bleiben. Sie haben ja dann noch den ganzen Sonntag zur Heimreise.
Woher kommt der Name "Weißer Sonntag"?
Der "Weiße Sonntag" hat seinen Namen nicht von den weißen Kleidern, die Mädchen bei der Erstkommunion oft tragen. Der Name kommt von den weißen Gewändern, die Neugetaufte in der Frühzeit des Christentums getragen haben. Damals wurden in der Osternacht erwachsene Menschen getauft. Ihre weißen Gewänder sollten Zeichen für die Reinigung und für den - nach kirchlichem Verständnis - in Christus neu geborenen Menschen sein.
Diese weißen Gewänder wurden von den Täuflingen dann von Ostern bis zum darauffolgenden Sonntag getragen. Und so kam der „Weiße Sonntag“ zu seinem Namen. Nicht mehr in allen Gemeinden tragen Mädchen heute bei der Erstkommunion weiße Kleider. Weil diese oft teuer sind und in der Regel nur einmal genutzt werden, bieten immer mehr Kirchengemeinden für die Feier leihweise einheitliche helle Gewänder an - für Mädchen und Jungen.