Auch Kosten sind ein Grund

Esslingen: Mehrere Kliniken könnten sich zusammenschließen

Der Betrieb einer Klinik ist teuer, doch die Stadt Esslingen steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Nun wird geprüft, ob Kliniken im Kreis Esslingen zusammengelegt werden sollen.

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Von Autor/in Werner Trefz

Der Landkreis Esslingen und die Stadt Esslingen prüfen einen Zusammenschluss von Krankenhäusern. Ein Grund dafür sind die Kosten. Die Finanzsituation der Stadt Esslingen ist extrem angespannt. Anfang des Jahres wurde außerdem bekannt, dass Esslingen an Firmen Gewerbesteuer in zweistelliger Millionenhöhe zurückzahlen muss. Esslingens Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) betont, das städtische Krankenhaus sei zwar ein unverzichtbarer Bestandteil der kommunalen Infrastruktur, doch Krankenhausversorgung sei "keine gesetzliche Pflichtaufgabe einer Stadt".

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Bisher vier Kliniken im Kreis Esslingen

Bisher gibt es in Esslingen ein städtisches Klinikum. Im Landkreis Esslingen befinden sich wiederum drei Häuser der medius KLINIKEN, genauer gesagt in Kirchheim, Nürtingen und Ostfildern-Ruit. Die Geschäftsführungen beider Kliniken sehen in einem Zusammenschluss angesichts der Herausforderungen in der Krankenhauslandschaft eine Chance für die Zukunft. Eine Entscheidung über einen Zusammenschluss könnte Mitte 2027 fallen. Alleiniger Träger der Kliniken soll dann der Landkreis Esslingen sein.

Die Esslinger Stadtverwaltung habe das Gespräch mit dem Landkreis gesucht, um gemeinsam Perspektiven für die Kliniken zu entwickeln, so Klopfer. In einem mehrstufigen Prüfprozess sollen nun Chancen und Risiken eines Zusammenschlusses aufgezeigt werden. Über einen Zusammenschluss müssten dann die Aufsichtsräte der beiden Klinikträger, der Esslinger Kreistag sowie der Gemeinderat der Stadt Esslingen entscheiden.

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Fachleute prüfen Zusammenschluss

Im Sommer 2026 soll zunächst eine gemeinsame Absichtserklärung verabschiedet werden. Dann gehe es darum, die wirtschaftliche Situation des städtischen Krankenhauses in Esslingen detailliert zu analysieren und Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. "Wir werden sorgfältig bewerten, unter welchen Voraussetzungen ein Zusammenschluss tragfähig sein kann", betont Esslingens Landrat Marcel Musolf (Freie Wähler). Sollte sich dieser Weg als sinnvoll erweisen, so der Landrat, würde das Klinikum Esslingen Teil der Kreiskliniken werden.   

Neu ist die Idee nicht: Schon Anfang der 2000er Jahre war eine solche Klinikzusammenführung geplant worden. Das Bundeskartellamt untersagte das aber im Mai 2014. Denn nach damaliger Auffassung der Behörde hätte das Vorhaben zu einer erheblichen Einschränkung des Wettbewerbs auf den Krankenhausmärkten Esslingen und Kirchheim/Nürtingen geführt. Die Rahmenbedingungen haben sich mittlerweile aber grundlegend geändert, auch auf Bundes- und Landesebene.

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Die medius KLINIKEN sind ein kommunaler Klinikverbund des Landkreises Esslingen mit rund 3.700 Mitarbeitenden an den drei Standorten Kirchheim unter Teck, Nürtingen und Ostfildern-Ruit. Dort werden jährlich rund 50.000 Patientinnen und Patienten stationär sowie weitere 185.000 ambulant behandelt. Das städtische Klinikum in Esslingen hat rund 2.000 Beschäftigte, die sich jährlich um rund 26.000 stationäre und 120.000 ambulante Patientinnen und Patienten kümmern.

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