Ärztin und Autorin Dr. Eva Mirasol

Ärzte am Limit: So stressig ist der Alltag im Krankenhaus

In einer Notaufnahme im Krankenhaus zu sein, erfordert starke Nerven – von den Beschäftigten und den Patient:innen. Ärztin Eva Mirasol berichtet aus dem Klinik-Alltag.

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Stand

Arbeiten in der Notaufnahme: Zeitdruck, Stress und keine Pause

Das macht was mit einem, wenn man keine Pause hat, nicht mal zu trinken, teilweise nicht mal auf Toilette geht, weil man weiß: Diese eine Minute, die man weg ist – das geht eigentlich nicht.

Während eines typischen Arbeitstags in der Notaufnahme findet vieles gleichzeitig und unter ständigem Zeitdruck statt, berichtet Ärztin Eva Mirasol. Sie hat in der Berliner Charité gearbeitet und schreibt u.a. Kolumnen über den Klinik-Alltag.

In der Regel warteten bei ihrem Dienstbeginn in der Rettungsstelle bereits zehn bis fünfzehn Patient:innen, die noch nicht ärztlich gesehen wurden. Dazu kämen neben ganz akuten Notfällen auch Menschen mit harmlosen Erkrankungen, die schlicht keine Lust gehabt hätten, sich um einen Termin beim Hausarzt zu kümmern.

Eva Mirasol erinnert sich beispielsweise an eine Patientin, die am Ostermontag mit einem Aktenordner in die Notaufnahme kam, "um mal ihre Befunde der vergangenen Jahre durchzugehen".

Es gibt wirklich Leute, die nicht verstanden haben, wofür dieses notfallmedizinische System da ist und wozu es – unter den aktuellen Umständen – nur in der Lage ist. Das ist bitter. In der Situation, wo alles so am Limit ist, ist das manchmal genau der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Nur gegen Gebühr in die Notaufnahme?

Die Idee, den Zugang zur Notaufnahme mit einer Gebühr zu verknüpfen, hält Eva Mirasol für nicht richtig. Es gebe schließlich auch Menschen, die zu lange mit Beschwerden abwarten, ehe sie ins Krankenhaus kommen.

Sie fände es besser, wenn bereits früh im Kindergarten oder der Schule ein stärkeres Bewusstsein für die eigene Gesundheit und den eigenen Körper gefördert werden würde. Damit jeder Mensch etwas besser einschätzen könne, wie Beschwerden einzuordnen sind und welches Vorgehen angemessen ist. Ob es also reicht, sich etwas aus der Apotheke zu holen, einen Termin beim Hausarzt zu machen oder es ein Fall für die Notaufnahme ist.

Viele Menschen sind dort [in der Notaufnahme] auch zu Recht, das darf man nicht vergessen. Die gehören dahin, weil sie Probleme haben, die man ambulant nicht lösen kann. Und es sind nicht immer nur die, die direkt reanimiert werden müssen.

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Weniger Frauen in medizinischen Führungspositionen

Ich bin Ärztin. Das ist sowas Ähnliches wie Arzt.

Eva Mirasol spricht immer wieder über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in medizinischen Berufen. Sie hat selbst erlebt, dass sie als Frau weniger ernst genommen wurde.

Die Kombination 'weiblich, jung, Ärztin' ist noch nicht mit einem großen Autoritätsvorsprung assoziiert. Man muss an vielen Stellen mehr dafür tun, um ernst genommen zu werden. Das ist schon auch anstrengend.

Im Medizinstudium gibt es zwar mehr Frauen als Männer, aber je weiter die Karriereleiter nach oben geht, desto geringer ist der prozentuale Frauenanteil. Wie in anderen Berufsfeldern hänge dies meist mit der Familienplanung und Kindern zusammen, sagt Eva Mirasol.

Auch darüber schreibt sie in ihrem ersten Roman "Staying Alive". Das Buch thematisiere Situationen aus dem Klinik-Alltag und nebenbei auch die Liebesgeschichte zwischen einer Assistenzärztin und einem Oberarzt.

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