Mutter und beide Söhne gestorben

Tödlicher Unfall in Esslingen: Hat Autofahrer Gas und Bremse verwechselt?

Im Herbst 2024 erfasst ein Auto in Esslingen eine Mutter und ihre beiden Kinder. Dabei werden alle drei getötet. Nun steht der Autofahrer vor Gericht.

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Von Autor/in Aita Koha, Werner Trefz

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Unfallverursacher möglicherweise Gas- und Bremspedal verwechselt hat. Das hätten die Ermittlungen ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Prozessauftakt im Esslinger Amtsgericht am Dienstag mit. Es hätten sich auch "keine Anhaltspunkte für eine Beeinflussung durch Alkohol oder andere berauschende Mittel ergeben, die zu einer Fahruntüchtigkeit geführt hätten", hieß es weiter.

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Unfall mit fast 100 Kilometern pro Stunde

Die Anklage geht davon aus, dass der Mann schneller als erlaubt auf die rote Ampel zufuhr. Die Wucht des Aufpralls muss gewaltig gewesen sein. Als ein Zeuge die schweren Verletzungen der Opfer beschrieb, musste die Gerichtsverhandlung unterbrochen werden. Die Angehörigen brachen in Tränen aus. Auch für die Einsatzkräfte war der Vorfall sehr belastend. Alle hätten nach dem Einsatz betreut werden müssen.

Angeklagter: Das Geschehene tue ihm von Herzen leid

Nach Angaben der Verteidigung kann sich der Fahrer nicht an den Unfall erinnern. Er lässt durch seinen Anwalt ausrichten, was geschehen sei, habe auf unvorstellbare Weise Leben zerstört und die Familie in tiefste Trauer gestürzt. "Mir ist bewusst, dass nichts, was ich sage, den Verlust lindern kann."

Mutter und ihre beiden Söhne kamen ums Leben

Dem 55-jährigen Mann wird vorgeworfen, im Oktober 2024 mit seinem Auto eine Frau und ihre zwei Söhne erfasst zu haben. Die 39-jährige Mutter und die beiden kleinen Jungen starben noch an der Unfallstelle. In dem Verfahren sollen mehrere Zeugen gehört werden. Auch ein Sachverständiger wird hinzugezogen.

Die 39-Jährige und ihre Söhne waren zu Fuß in der Nähe des Sportparks in Esslingen-Weil unterwegs. Der sechs Jahre alte Junge wollte zum Fußballtraining. Der Autofahrer war im Bereich einer Kreuzung plötzlich mit seinem Wagen auf den Gehweg gefahren und erfasste die kleine Gruppe. Anschließend krachte er in einen Bauzaun.

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Dem Autofahrer wird fahrlässige Tötung in drei Fällen und fahrlässige Körperverletzung in einem weiteren Fall vorgeworfen. Bei dem Unfall war auch ein anderer Autofahrer leicht verletzt worden. Der Unfallfahrer selbst wurde ebenfalls leicht verletzt und in einem Krankenhaus ambulant behandelt.

"Fahrzeuge fahren hier wie irre" - War das eine Stelle für Raser?

An der Unfallstelle war damals Tempo 50 erlaubt. Doch viele Freunde der Getöteten und andere Anwohner beklagten, dass sich viele Autofahrer in diesem Bereich nicht daran gehalten hätten. In der Nähe befindet sich ein Kindergarten. Eine Freundin der getöteten Mutter erklärte nach dem Unfall gegenüber dem SWR: "Die Fahrzeuge fahren hier wie irre." Die Stadt Esslingen reagierte: Seit Dezember 2024 gibt es in diesem Bereich eine Tempo-30-Zone, Esslingens Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) setzt sich für flächendeckend Tempo 40 in Innenstädten ein.

Das Amtsgericht Esslingen hat vier weitere Verhandlungstage angesetzt. Sollte der 55-Jährige wegen fahrlässiger Tötung verurteilt werden, droht ihm eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Das Urteil könnte Ende März fallen.

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Aita Koha
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Werner Trefz
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Onlinefassung
Kerstin Rudat
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