Unverständnis und Empörung in Fellbach (Rems-Murr-Keis): Unbekannte haben dort am Wochenende am Kappelberg mehrere Mandelbäume, Birken und andere Bäume gefällt oder stark beschädigt. Sie schnitten an den größeren Bäumen Äste ab, sägten kleinere um und zogen Jungpflanzen aus dem Boden, so die Stadt Fellbach. Betroffen seien viele Grundstücke am Kappelberg, darunter auch öffentliche Flächen.
Massive Zerstörungswut seit dem Frühjahr
Schon vor einigen Wochen wurden mehrere Bäume an Schulen und später auch im Stadtgebiet beschädigt. Die zerstörten Bäume am Kappelberg seien eine Fortsetzung der Taten, so die Stadt. Der Schaden gehe mittlerweile in die Tausende von Euro und habe ökologische Auswirkungen auf die nächsten fünf bis zehn Jahre, sagte die Fellbacher Baubürgermeisterin Beatrice Soltys (parteilos) dem SWR.
So etwas habe ich noch nie erlebt! Wir sind erschrocken, mit welcher Vehemenz die Täter vorgehen.
Laut Soltys wurden die Bäume bewusst und auf vielfältige Weise beschädigt. "Junge und ältere Pflanzen wurden an- und umgesägt oder angeschnitten", sagt die Bürgermeisterin. Wenn die Bäume nicht komplett zerstört wurden, so wurden sie so beschädigt, dass sie mittelfristig eingehen.
Frust und Ärger bei Bürgern und Oberbürgermeisterin
Auch bei den Weingärtnern am Kappelberg sind Frust und der Ärger groß. Sie setzen sich seit Jahren für Artenvielfalt im Weinberg ein. Viele der zerstörten Mandel- oder Aprikosenbäume hätten jetzt gut Wurzeln im Boden geschlagen und müssten nicht mehr bewässert werden. Nun sei der Aufwand umsonst gewesen.
Die Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull kann die Taten nicht nachvollziehen. In einer Mitteilung schrieb sie: "Es ist nicht zu fassen, mit welcher Zerstörungswut hier vorgegangen wurde! Es herrscht Fassungslosigkeit über dieses unsinnige, zerstörerische Vorgehen."
Stadt setzt Belohnung für Hinweise zu Tätern fest
Für zielführende Hinweise zu den Tätern hat die Stadtverwaltung Fellbach nun eine Belohnung von 1.000 Euro festgesetzt. Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger, sich bei entsprechenden Beobachtungen direkt an die Polizei zu wenden.