Nach Großeinsatz in Vaihingen an der Enz

Tödliches Strahlengift bei der Ostereiersuche? Umweltministerium geht nicht von Polonium aus

Bei der Ostereiersuche haben zwei Männer in Vaihingen an der Enz vermeintlich das Strahlengift Polonium gefunden. Das Umweltministerium relativiert den Fund in einer ersten Einschätzung.

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Zwei Männer haben am Sonntagnachmittag bei der Ostereiersuche im Garten in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) ein Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium 210" gefunden. Polonium 210 sei ein potenziell tödliches Strahlengift, teilte Kreisbrandmeister Andy Dorroch mit. Alle Messungen im Umfeld des Fläschchens seien allerdings negativ gewesen. Es sei demnach keine Radioaktivität gemessen worden. Auch medizinische Untersuchungen hatten laut Stadtverwaltung keine Auffälligkeiten ergeben. Am Montagnachmittag gab das baden-württembergische Umweltministerium auf SWR-Anfrage vorerst Entwarnung, der Inhalt der Flasche solle nun aber geprüft werden.

Messtechnische Untersuchung dauert bis kommende Woche

"Nach ersten Plausibilitätsbetrachtungen gehen die Fachexperten davon aus, dass es sich bei dem Fund nicht um Polonium 210 (Po-210) handelt", teilte eine Sprecherin mit. Dabei handele es sich aber um eine erste Einschätzung. Für die messtechnische Verifizierung mittels Alphaspektrometrie werde der Fund am Dienstag in die Landesanstalt für Umwelt nach Karlsruhe gebracht. Mit Ergebnissen sei aber vermutlich nicht vor kommendem Dienstag zu rechnen, so das Ministerium weiter.

Bereich wurde weiträumig abgesperrt - war es wirklich Polonium 210?

Wegen des Fundes war am Sonntag der Strahlenschutzalarm ausgelöst worden. Laut Stadtverwaltung kamen rund 140 Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis, darunter zahlreiche Spezialkräfte. Der Bereich um den Fundort wurde den Angaben zufolge weiträumig abgesperrt. Die Männer hatten in dem Garten am Ortsrand Ostereier gesucht und dabei das weiße Kunststofffläschchen mit rotem Deckel entdeckt, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Finder blieben laut Kreisbrandmeister Dorroch unverletzt.

Die Feuerwehr hatte das Fläschchen zunächst als echt eingestuft. "Das Behältnis passt zum Stoff", sagte Kreisbrandmeister Dorroch. "Der Stoff ist auch nicht irgendwie handschriftlich draufgekritzelt, sondern der ist sauber offiziell beschriftet." Zudem sei das Fläschchen mit geschätzten 200 Gramm Gewicht relativ schwer, was passe, da Polonium 210 ein relativ schwerer Stoff sei - "sodass wir schon davon ausgehen, dass es sich tatsächlich um den Stoff handelt", so Dorroch am Sonntag.

Laut Stadtverwaltung bestand keine Gefahr für die Bevölkerung

Die Stadtverwaltung hatte in einer Stellungnahme am Sonntagabend betont, dass für die Anwohner keinerlei Gefahr bestanden habe. Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth (parteilos) dankte den Einsatzkräften für ihren speziellen Oster-Einsatz und betonte, wie wichtig es bei einem solchen Alarm sei, für alles gerüstet zu sein, aber auch besonnen zu reagieren.

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SWR

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