Nachdem es Mitte September aus Berlin hieß, dass der Ausbau der A8 am Albaufstieg wegen einer Finanzierungslücke gefährdet sei, hat der Koalitionsausschuss in der Nacht auf Donnerstag diesem Verkehrsprojekt wohl doch zugestimmt. Alle Straßenbauprojekte, die baureif seien, würden auch gebaut werden, teilte der Bundestagsabgeordnete Herrmann Färber mit. Der CDU-Politiker vertritt den Wahlkreis Göppingen im Bundestag.
Es ist daher davon auszugehen, dass nun im Haushalt die Mittel zur Finanzierung bereitgestellt werden.
Der Albaufstieg sei im aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030 als "fest disponiert" eingestuft, so Färber weiter. Damit sieht auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) die Finanzierung des Albaufstiegs als gesichert an. Das Bundesverkehrsministerium müsse das jetzt "schnell öffentlich eindeutig klarstellen", damit der Ausbau der A8 in die Wege geleitet werden könne, so Hermann.
Verkehrsminister Hermann: Wir haben nicht unendlich Geld
Dass nun alles, was baureif ist, gebaut werde, sei die richtige Entscheidung, so Hermann. Denn eines sei auch klar: "Trotz des Sondervermögens haben wir nicht unendlich viel Geld", sagte der Landesverkehrsminister. "Man muss priorisieren, man muss die großen wichtigen Projekte zuerst machen."
Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Dörflinger begrüßt, dass die Finanzierung wichtiger Straßenbau-Vorhaben nun sichergestellt sei. Der FDP-Landtagsabgeordnete Jung spricht von einem guten Zeichen für Baden-Württemberg, wenn baureife Projekte wie die zweite Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth neu gebaut werden können
Debatte über den A8-Ausbau seit Jahrzehnten
Auf der A8 am Albtrauf kommt es regelmäßig zu Staus, weil es dort über mehrere Kilometer auf zwei Spuren steil bergauf bzw. bergab geht. Mitte September hieß es noch, dass der Bund den Ausbau der A8 zwischen Mühlhausen im Täle und Hohenstadt (beides Kreis Göppingen) wegen fehlender Mittel verschiebt.
Viele Autofahrerinnen und Autofahrer sowie die Anrainer-Kommunen empfanden das als herben Rückschlag, sie äußerten scharfe Kritik. Durch den Ausbau sollen Brücken und Tunnel in Zukunft das Gefälle senken. Sechs Spuren sollen für einen besseren Verkehrsfluss sorgen und damit die Anrainer-Gemeinden verkehrstechnisch entlasten.
Autobahn-Ausbau: Kritik von Grünen und Linke
Die verkehrspolitischen Beschlüsse der schwarz-roten Koalition stoßen allerdings auch auf Kritik. Der Grünen-Verkehrspolitiker und Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Wahlkreis Nürtingen) warf Union und SPD vor, einseitig Geld für Autobahnen zur Verfügung zu stellen, nicht jedoch für den Aus- und Neubau des Schienennetzes. "Für mehr Schienen zugunsten pünktlicher Züge fehlen bis 2039 59 Milliarden Euro", kritisierte Gastel.