In einem Prozess mit Bezug zur italienischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta hat das Landgericht Stuttgart einen 65-Jährigen wegen des Verkaufs von geklauten Lebensmitteln im großen Stil zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde der Mann zudem wegen der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung im Ausland und Steuerhinterziehung, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.
Gericht sah Tat als erwiesen an
Demnach ordnete das Gericht die Einziehung von knapp 333.000 Euro an Taterträgen an. Die zuständige Kammer sah es als erwiesen an, dass sich der 65-Jährige ab 2020 mit weiteren Menschen zu einer Bande zusammengeschlossen hatte, um Lebensmittel bei italienischen Unternehmen zu bestellen ohne sie zu bezahlen.
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Verwicklungen in Mafia-Clan
Bis 2021 gaben sich die Bandenmitglieder als Verantwortliche von deutschen Unternehmen aus und gaben Bestellungen auf, die sie aber nicht bezahlten. An der Adresse einer nicht existierenden Firma in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) holten der Mann und seine Komplizen die Lebensmittel ab. Anschließend verkauften sie die Lebensmittel über ein Großhandelsunternehmen weiter - an Gastronomiebetriebe im Raum Stuttgart. Faktischer Geschäftsführer des Großhandelsunternehmens war der 65-Jährige.
Den Erlös habe der Angeklagte zum einen für sich behalten, ein anderer Teil sei an den Farao-Marinkula-Clan gegangen, der eine Untergruppierung der italienischen Mafia-Organisation 'Nrangheta ist.