Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs verschiebt sich erneut

Kommentar zu Stuttgart 21: "Sind die Herausforderungen zu groß gewesen?"

Wieder einmal wird die Fertigstellung von Stuttgart 21 verschoben. Der Schaden, der dadurch immer größer wird, ist nicht nur finanzieller Art, findet SWR Bahn-Experte Harald Kirchner.

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Von Autor/in Harald Kirchner

Und ewig grüßt das Murmeltier - könnte man sagen. Wieder einmal wird die Fertigstellung von Stuttgart 21 verschoben. Diesmal gleich um drei, vier oder wie viele Jahre auch immer.

Kopfbahnhof: Ruine mit angeschlossenem Bahnbetrieb

Der "Fernwanderweg" zu den Gleisen wird also noch viele Jahre erhalten bleiben, der jetzige Kopfbahnhof bleibt weiter eine Ruine mit angeschlossenem Bahnbetrieb. Vor 15 Jahren hieß es, wenn Sie von der Baustelle etwas merken wollen, müssen Sie schon einen Gullydeckel anheben. Das wirkt heute wie Hohn.

Was ist nur los mit dem angeblich "bestgeplanten Projekt aller Zeiten"? Ingenieure und Arbeiter haben sicher auch Großes vollbracht beim Bau dieses Jahrhundertprojekts: die Kelchstützen, das rund 60 Kilometer lange Tunnelsystem. Aber man darf sich schon fragen: Sind die Herausforderungen doch zu groß gewesen?

Deutsche Bahn: Sinnbild allgemeinen Versagens

Der Staatskonzern Deutsche Bahn ist mittlerweile zum Sinnbild eines allgemeinen Versagens geworden. Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einst gesagt, die Zukunftsfähigkeit Deutschlands erweise sich am Projekt Stuttgart 21.

Keiner glaubt mehr an die Glaubwürdigkeit von Aussagen zum Projekt.

Der Schaden, den die immer wieder verkündeten Verschiebungen von Stuttgart 21 verursacht haben, besteht nicht nur in Mehrkosten und anhaltenden Verkehrsbehinderungen. Ausgerechnet in einer Situation, in der Glaubwürdigkeit in unserer Gesellschaft zu einem der kostbarsten Güter geworden ist, wird der Glauben an die Glaubwürdigkeit von Aussagen von Politik und Bahn nun wirklich untergraben.

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