Im Blühenden Barock in Ludwigsburg dreht sich in diesen Wochen wieder alles um Kürbisse. An diesem Wochenende sind die orangenen Giganten auch wieder aufs Wasser gekommen. Im Südgarten des Blühenden Barocks fand traditionell die Kürbis-Regatta statt. Dabei verwandelten sich die Herbstfrüchte wieder in schwimmende Boote. Diesmal traten bei dem Wettbewerb rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ausgehöhlten Kürbissen auf dem Teich vor dem Residenzschloss gegeneinander an.
Am Samstag mussten sich die Teilnehmenden zunächst für das Finale am Sonntag qualifizieren. In Kürbissen, die bis zu 300 Kilogramm wiegen können, paddelten sie um die Wette. Die acht Schnellsten konnten sich dann in der Endrunde am Sonntag beweisen. Dabei traten wie gewohnt nicht nur die acht besten Teilnehmer aus der Qualifakationsrunde in diesem Jahr, sondern auch acht Finalisten aus dem Vorjahr gegeneinander an.
Gewonnen hat bei den Herren in diesem Jahr der Vorjahressieger Lukas Erbe aus Heilbronn. Bei den Frauen erreichte Svenja Fokken aus Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) den ersten Platz. Beide dürfen sich über ein Preisgeld in Höhe von jeweils 200 Euro freuen.
Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem Ausland
Den Kanutinnen und Kanuten ist es dabei selbst überlassen, ob sie mit ihrem eigens gezüchteten Kürbis antreten oder ein von den Veranstaltern gestelltes Kürbisboot verwenden möchten. Die bereitgestellten Boote werden immer aus den fünf Riesenkürbissen der Kürbisausstellung geschnitzt. Der schwerste von ihnen brachte beim Frühwiegen am vergangenen Sonntag 442 Kilogramm auf die Waage.
Zum beliebten Wettbewerb reisen Teilnehmende aus ganz Deutschland und auch aus den Nachbarländern an. Matthias Leuenberger ist mit seinem selbst gezüchteten Kürbis für den Wettbewerb aus der Schweiz gekommen. Bei der Regatta nahm er zum fünften Mal teil. "Für den Wettbewerb sollte der Kürbis zwar schnell sein, aber auch nicht zu dünnhäutig, weil er im Wasser sonst schnell durchbrechen kann", so Leuenberger. Er hatte Glück, sein Kürbis hat gehalten und ihm den Sieg in der Kategorie "Paddeln mit eigenem Kürbis" gebracht. In die Schweiz kehrt der Landwirt mit einen Gewinn in Höhe von 300 Euro zurück.
Was gibt es Schöneres als im Kürbis zu sitzen?
Teilnehmer Jakob Lüdtke konnte die Kürbis-Regatta zwar nicht für sich entscheiden, war aber sehr froh, einen verrückten Wettbewerbe auszuprobieren. Für das Rennen ist er extra aus Rostock angereist. Die Herausforderung für ihn bei der Kürbis-Regatta war, im wackeligen Kürbis einen Platz zu finden und die Angst, ins Wasser zu kippen, zu überwinden. Das ist ihm gelungen. Nach dem Rennen sagte er: "Was gibt es Schöneres als im Kürbis zu sitzen? Richtig, gar nichts!"
Den Rekord von 49 Sekunden konnte bei der diesjährigen Regatta übrigens keiner knacken. Die Bestzeit in diesem Jahr lag bei 57 Sekunden. Die Regatta ist Teil des jährlichen Kürbisfestivals im Blühenden Barock, bei dem sich in diesen Wochen zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen rund um die Herbstfrucht drehen.