In Ostfildern (Kreis Esslingen) hat ein Polizeipferd am Freitag seinen neuen offiziellen Namen bekommen: Rugby heißt nun Inkari. Und hat mit Innenminister Manuel Hagel (CDU) einen prominenten Taufpaten.
Polizisten zünden Pyrotechnik
Der sechs Jahre alte Wallach ist nun fertig ausgebildet für den Polizeidienst. Dass ihn jetzt nichts mehr schrecken darf, das hat er bei seiner Tauffeier mit einer Runde durch die Reithalle auf dem Gelände der Stuttgarter Reiterstaffel bewiesen: Vorbei an Pyrotechnik, die Polizisten abfackeln, trabt er ohne zu scheuen. Auch ein Schuss aus einer Schreckschusspistole eines Beamten bringt ihn nicht aus der Ruhe.
Zur Pferdetaufe gab es Hochprozentiges. Allerdings nicht zu trinken, sondern nur zur äußeren Anwendung: Der Pate goss Schnaps auf alle vier Hufe des Pferdes. Das sei Tradition, hieß es bei der Veranstaltung. Eine Premiere gab es anschließend auch für die Reiterstaffel: Innenminister Manuel Hagel schwang sich in den Sattel und ritt einmal durch die Halle. "Als Kind bin ich manchmal geritten", verriet der CDU-Politiker.
Selbst bei Feuerwerk muss ein Polizeipferd ruhig bleiben
"Polizeipferde sind hauptsächlich bei Großveranstaltungen im Einsatz, bei denen ein unfriedlicher Verlauf zu erwarten ist", erläutert Gudrun Marquardt-Brey, Leiterin der Reiterstaffel. Dafür müssten die Pferde gut trainiert sein. Man würde die Pferde hauptsächlich auf optische und akustische Reize vorbereiten. Laute Geräusche, Pyrotechnik und geschwenkte Fahnen gehören zum Alltag eines Polizeipferdes, genauso trainieren die Beamten auch mit den Tieren.
Der Ablauf der Pferdetaufe hat einen militärhistorischen Hintergrund. Das dienstreife Polizeipferd kriegt einen neuen Namen, der auf das Geburtsjahr und damit die Diensterfahrung schließen lässt. Für das Geburtsjahr 2020 ist ein Name mit I vorgesehen. Deswegen heißt Rugby fortan offiziell Inkari.
Die Polizei wähle bewusst neugierige, nicht schreckhafte Tiere für die Ausbildung aus, so Breyer. Außerdem müssen sie mindestens 1,65 Meter groß sein, damit der Polizist hoch genug sitzt. Natürlich muss es auch kerngesund und topfit sein. Dann könne man es über zwei Jahre hin Schritt für Schritt ausbilden, so die Leiterin der Reiterstaffel. Die Bindung zwischen Reiter und Pferd sei dabei essenziell, denn im Einsatz sind beide aufeinander angewiesen.