Ein Mann hat auf einem Erotikportal ein Treffen mit einer angeblich jungen Frau vereinbart und ist dabei laut Polizei Opfer einer schweren räuberischen Erpressung geworden. Der 39-Jährige wollte sich am Donnerstagabend mit der Frau auf einem Gartengrundstück in Hepsisau, einem Ortsteil von Weilheim an der Teck (Kreis Esslingen) treffen, wie ein Polizeisprecher sagte. Erschienen sei jedoch nicht eine junge Frau, sondern ein 22 Jahre alter Mann sowie zwei minderjährige Mädchen und ein 17-jähriger Jugendlicher.
Der 22-Jährige soll dem Mann Gewalt angedroht haben und ihn zur Entlohnung für die zuvor ausgemachte sexuelle Dienstleistung aufgefordert haben. Ob es sich bei der Entlohnung um Geld handelte, wollte der Polizeisprecher nicht sagen - dies sei Täterwissen.
Opfer gelang es, Polizei zu rufen
Anschließend machte sich die Gruppe laut Polizei auf den Weg zur Wohnung des Opfers - die Täter hätten sich dort weitere Wertgegenstände unter den Nagel reißen wollen, so die Polizei. Unterwegs sei es dem 39-Jährigen jedoch gelungen, die Polizei zu alarmieren, woraufhin das Quartett die Flucht ergriffen hat.
Einsatzkräften gelang es, bei der Fahndung den 22-Jährigen sowie einen 17-Jährigen und eine 15 Jahre alte Jugendliche als Tatverdächtige vorläufig festzunehmen. Die 15-Jährige wurde bereits im Raum Aalen gesucht und an ihre Mutter übergeben. Die vierte mutmaßliche Mittäterin wird noch gesucht.
Wie die Polizei mitteilt, ist der 22-Jährige Verdächtige bereits einschlägig polizeibekannt und vorbestraft. Er und der 17-Jährige wurden dem Haftrichter vorgeführt und sitzen nun in Untersuchungshaft.
Mehrere Vorfälle mit "Pedo-Hunter"-Masche
Zum Motiv der Männer äußerte sich die Polizei nicht. Auch nicht dazu, ob die Tat in Verbindung zu bringen ist mit sogenannten Pedo-Huntern, also Menschen, die Männer bestrafen wollen, weil sie sie für Pädophile halten. Bei einem Prozess gegen vier Männer in Stuttgart, die sich ebenfalls im Internet als junge Frauen ausgegeben haben, gingen Richter und Staatsanwaltschaft jüngst jedenfalls nicht davon aus. Die Angeklagten hätten sich verabredet "zur fortgesetzten Begehung von Raub und Erpressungsversuchen".