50 Tage intensive Behandlung

Crans-Montana-Patient kann Marienhospital Stuttgart verlassen

50 Tage lang wurde ein Patient, der bei der Katastrophe von Crans-Montana schwere Brandverletzungen erlitt, im Stuttgarter Marienhospital behandelt. Jetzt wurde er entlassen.

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Von Autor/in Kerstin Rudat

Nach dem schweren Brand in Crans-Montana in der Schweiz an Neujahr wurden mehrere Verletzte aus dem Wintersportort in baden-württembergischen Spezialkliniken intensivmedizinisch behandelt, ein Patient auch im Stuttgarter Marienhospital. Nach 50 Tagen Behandlung konnte er jetzt entlassen werden, wie das Krankenhaus mitteilte.

Patient kann wieder in seine Heimat zurück

Der junge Mann werde nach Angaben der Klinik in seinem Heimatland Schweiz weiterhin medizinisch betreut. Er hatte bei dem Unglück schwerste Verbrennungen erlitten. Auf deren Behandlung ist das Schwerbrandverletztenzentrum des Marienhospitals spezialisiert.

Für Brandverletzungen brauche es zum einen Spezialwissen darüber, wie welche Behandlungsmethoden wann eingesetzt werden, so der Leiter des Zentrums, Oberarzt Matthias Rapp. Zum anderen brauche es aber auch Spezialzimmer: Im Marienhospital liegen Schwerbrandverletzte alleine, isoliert - so können sie hochsteril behandelt werden. Um die Folgen der Hautschäden zu kompensieren, müssen auch Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen: 40 Grad muss es laut Rapp warm sein und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit geben.

Kirchheim/Teck

Für Brandopfer in ganz Europa Nach Brand in Crans-Montana: Ersatzhaut aus Kirchheim hilft Patienten

Opfer von Verbrennungen wie nach dem Unglück in Crans-Montana brauchen schnell eine neue Haut. Ein Unternehmen, das solche Ersatzhaut herstellt, ist PolyMedics aus Kirchheim.

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Behandlung in Stuttgart mit "Ersatzhaut" aus Kirchheim/Teck

Bei schweren Verbrennungen sind Hauttransplantationen unvermeidbar. In Stuttgart wird im Behandlungsprozess eine Erfindung eines medizinischen Unternehmens aus Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) eingesetzt: eine künstliche "Ersatzhaut". Dies war auch bei den Crans-Montana-Patienten in Baden-Württemberg der Fall. Etwa 70 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Brandwunden in Deutschland werden mit der "zweiten Haut" aus Kirchheim unter Teck behandelt, das Unternehmen beliefert aber auch europaweit Verbrennungszentren von Krankenhäusern.

Sicherlich war aber auch noch ein anderer Umstand genesungsfördernd für den jungen Patienten in Stuttgart: Während des gesamten Aufenthalts im Marienhospital seien auch die Eltern des Patienten mit im Krankenhaus untergebracht gewesen und wurden dort ebenfalls betreut, so die Pressestelle des Marienhospitals. Denn in dieser schweren Zeit hätten die beiden unter einem "immensen Schock" gestanden. Es sei daher der Klinik ein großes Anliegen gewesen, ihnen so gut wie möglich zur Seite zu stehen.

Französischsprachige Pflegefachkraft unterstützte die Familie

Eine besondere Rolle habe dabei auch die französischsprachige Pflegefachkraft Gwenaëlle Morgant gespielt. Sie übersetzte während der ganzen Zeit, sei aber den Angaben nach Patient und Eltern auch mit vielem anderen eine wahnsinnig große Unterstützung in dieser Ausnahmesituation gewesen.

Stuttgart

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Die beiden Geschäftsführerinnen des Marienhospitals, Claudia Graf und Bettina Lammers, bezeichneten den Einsatz Morgants als "außergewöhnlich". Ebenso intensiv, herzlich und ausdauernd sei der Einsatz der behandelnden Ärzte Matthias Rapp, seiner Kollegin Patrizia Trbola und ihres ganzen Teams gewesen, hieß es in einer Mitteilung.

Bei dem Unglück in Crans-Montana in der Schweiz an Neujahr waren mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen, 115 sind verletzt worden, zu einem großen Teil sehr schwer. Einer von ihnen starb rund einen Monat später an seinen Verletzungen im Krankenhaus. In Baden-Württemberg waren auch noch in Tübingen zwei Brandopfer von Crans-Montana zur Behandlung aufgenommen worden.

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Kerstin Rudat
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