Baubeginn wohl erst 2028

Sanierung der Oper Stuttgart: Interimsbau soll kleiner und günstiger werden

Die Opernsanierung in Stuttgart ist ein Großprojekt und zieht sich immer mehr hin. Vor allem, weil die Ersatzspielstätte auf sich warten lässt. Die soll jetzt umgeplant werden.

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Von Autor/in Deborah Kölz

Das Konzept zur Sanierung der Stuttgarter Oper wird offenbar neu geplant. Am Mittwoch hatte der Verwaltungsrat getagt, weil sich die Planung für die Sanierung und den Interimsbau hinzieht und teurer wird. Land und Stadt haben mögliche Einsparpotenziale prüfen lassen. Das Ergebnis sei allerdings ernüchternd gewesen, erklärte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne). Das Grundkonzept für die Ausweichspielstätte müsse deutlich überarbeitet werden. Vor allem, damit sich die Bauzeit und -kosten in Grenzen halten.

Ersatz für Stuttgarter Oper soll günstiger und kleiner werden

Seit damit begonnen wurde, den Interimsbau zu planen, sind in ganz Deutschland die Baukosten gestiegen. Und die Haushaltslage der Stadt ist aktuell schwierig. Es gehe vor allem darum, dass die Ersatzspielstätte bezahlbar bleibe. Immerhin handele es sich um eine temporäre Lösung, so Olschowski. "Das Interim muss kleiner und einfacher werden", forderte die Ministerin weiter.

Das heißt: Wenn es unser Ziel ist, schneller und sparsamer zu werden, dass wir das Grundkonzept überarbeiten müssen.

Das Stuttgarter Opernhaus aus dem Jahr 1911 muss dringend saniert werden. Der Umbau soll zehn Jahre dauern. Solange sollen Ballett und Oper in eine Ausweichspielstätte nahe des Pragfriedhofs umziehen. Eigentlich war geplant den Interimsbau 2026 zu beginnen und 2029 damit fertig zu sein. Nun wird sich der Start wohl auf 2028 und das Ende auf 2032 verschieben. Die Staatstheater müssen also länger in der renovierungsbedürftigen Oper bleiben als geplant - mindestens bis 2033.

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Am Interimsbau sparen statt an der Opernsanierung

Jetzt soll geprüft werden, ob andere Räume genutzt werden können. Und es soll finanziell Abstriche bei Büros, Garderoben oder Logistikflächen für das Interim geben. Gespart werden soll bei den Sanierungsplänen vor allem an der Zwischenlösung, wie Stadt und Land betonen. Für die Württembergischen Staatstheater stellte auch der geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendricks klar: Priorität habe vor allem das, was am Ende dauerhaft am Hauptstandort im Oberen Schlossgarten entstehe, also das Operngebäude zu sanieren.

Gewinnerentwurf: Interimsbau für die Stuttgarter Oper
Der Siegerentwurf für den Interimsbau steht fest. Es soll ein offener Bau mit viel Glas, Holz und Stahl sein, der in der Nähe der Wagenhallen stehen wird. Pressestelle Stadt Stuttgart

Damit schaue man in die Zukunft. Was das Abspecken des Interimsbaus dann konkret für den Spielbetrieb bedeutet, soll jetzt noch einmal angeschaut und gegengerechnet werden. Einfach weitere Sitzplätze zu reduzieren - darin sieht Marc-Oliver Hendricks jedenfalls keine Rettung. Man habe bereits 200 Plätze gelassen und liege bei 1.200 geplanten Sitzen. Man wolle eher an Standards oder der Qualität im Foyer oder im Zuschauerraum etwas sparen. Denn die Angebote der Staatstheater seien gut nachgefragt.

Gut besucht: Staatstheater Stuttgart erwarten Besucherrekord

Während die Stuttgarter Oper wegen ihrer teuren Sanierung immer wieder in den Schlagzeilen landet, tut das den Besucherzahlen keinen Abbruch, wie die Staatstheater diese Woche bekanntgaben. Fast jede Ballettaufführung der Staatstheater Stuttgart wird vor vollen Zuschauerreihen getanzt. Das Ballet sei zu 99,5 Prozent ausverkauft. Aber auch die anderen Sparten des Staatstheaters seien mit 89 Prozent gut ausgelastet. In der Spielzeit 2024/25 waren schon fast 400.000 Besucherinnen und Besucher zu Gast. Die Staatstheater erwarten nach eigenen Angaben einen Besucherrekord.

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Deborah Kölz
Deborah Kölz ist Redakteurin im SWR Studio Stuttgart.