Ministerpräsident zu "Grombiera" und Kultur

Kretschmann: Land steht weiter zur teuren Sanierung der Oper Stuttgart

Massive Verzögerungen, hohe Mehrkosten - Landeschef Winfried Kretschmann hält dennoch an der Sanierung der Oper in Stuttgart fest. Der Steuerzahlerbund warnte vor einer "Oper21".

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Von Autor/in Astrid Meisoll

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält trotz aller Hiobsbotschaften an der Sanierung der Stuttgarter Oper fest. Das erklärte er am Dienstag in Reaktion auf eine Sitzung des Verwaltungsrats am Montag. Dabei hatten Stadt, Land und Staatsoper vier Jahre Verzögerung bei dem Milliarden-Vorhaben eingeräumt. Im Moment könne das Land nicht sagen, wie teuer die Opernsanierung letztlich wird, erklärte Kretschmann. Dasselbe hatten die Verantwortlichen am Abend davor auch unterstrichen. Weshalb genau es zu den Verzögerungen kommt und wie viel teurer das Projekt wird, ist weiter unklar.

Insider: Kosten könnten bis auf zwei Milliarden Euro steigen

Klar ist: Das Opernhaus in Stuttgart weist massive Schäden auf. Die Sanierung des historischen Littmann-Baus sowie der Neubau eines Kulissengebäudes in Bad Cannstatt und der Bau einer Interimsspielstätte am Nordbahnhof sollte einer Berechnung aus dem Jahr 2019 zufolge bis zu einer Milliarde Euro kosten. Diese Kosten wollten sich Stadt und Land teilen. Nach Berichten von Insidern würde man bei dem Vorhaben mittlerweile eher von 1,5 bis 2 Milliarden Euro ausgehen.

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Kretschmann pocht auf Exzellenz in der Kultur

Kretschmann fordert Stadt, Staatstheater und das Land zum engen Austausch auf. Man müsse bei den Kosten dringend schauen, was nötig sei. Eine moderne Kreuzbühne, die schnelle Bühnenbildwechsel ermöglicht, gehört für Kretschmann nicht dazu.

Die Sanierung der Oper in Stuttgart wird nicht nur deutlich teurer, sondern verzögert sich auch um vier Jahre. Das Land will an dem Vorhaben aber weiter festhalten, erklärten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).
Die Sanierung der Oper in Stuttgart wird nicht nur deutlich teurer, sondern verzögert sich auch um vier Jahre. Das Land will an dem Vorhaben aber weiter festhalten, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Trotzdem betont der Ministerpräsident, wie wichtig "Exzellenz" in der Kultur für Baden-Württemberg sei - auch als wirtschaftlicher Standortfaktor, der das Land attraktiv für Fachkräfte mache. Das lasse man sich auch etwas kosten. "Grombiera statt Kunst gibt es mit mir nicht", erklärte Kretschmann - wobei "Grombiera" auf Schwäbisch "Kartoffeln" meint.

Grombiera statt Kunst gibt es mit mir nicht.

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Olschowski: Vergleich zwischen Oper und Stuttgart 21 unzulässig

Dass die Opern-Sanierung nicht mit dem Bahn-Projekt Stuttgart 21 zu vergleichen sei, hatte zuvor schon Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) gesagt. "Die Größenordnung ist völlig anders", hatte sie nach der Sitzung des Verwaltungsrats betont. Außerdem werde die vierjährige Verzögerung beim Bau der Ausweichstätte für Oper und Ballett bereits mitgeteilt, bevor die ersten größeren Arbeiten für das Interimsgebäude begännen. "Und wir werden, bevor überhaupt irgendetwas gebaut wird und politische Entscheidungen fällig werden, nämlich im Herbst 2025 oder 2026, sagen, was es kosten wird", versprach Olschowski.

Sanierung Littmann-Bau: Bund der Steuerzahler warnt vor "Oper21"

Der Bund der Steuerzahler forderte derweil erneut, generell die Planungen zur Sanierung der Oper neu zu überdenken. "Dass in der sanierten Oper im Littmann-Bau jetzt erst in den 2040er Jahren der erste Vorhang aufgehen soll, ist für die Steuerzahler eine Zumutung", sagte der Landesvorsitzende Eike Möller. Er warnte sehr wohl vor einer "Oper21". Er forderte, dass nun "schnellstmöglich Potenziale aufgedeckt werden, wo Kosten eingespart werden können". Wie Kretschmann stellt auch er den Bau einer Kreuzbühne infrage.

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