Michael Ralla lebt in Los Angeles den amerikanischen Traum: "Im November 2010 bin ich hier angekommen, mit nichts außer einem Rucksack und einem Surfbrett", erzählt der 46-Jährige. Und jetzt? Jetzt arbeitet der Visual Artist für die großen Studios Hollywoods. Er hat maßgeblich an den Spezialeffekten im Vampir-Blockbuster "Blood & Sinners" mitgearbeitet und wurde dafür zusammen mit Kollegen für den begehrten Filmpreis nominiert. Der Oscar für die besten visuellen Effekte ging aber Sonntagnacht an den Film "Avatar: Fire and Ash".
"Blood & Sinners" galt als großer Favorit der Oscar-Nacht
"Blood & Sinners" war in insgesamt 16 Kategorien für einen Oscar vorgeschlagen. Der Film von Regisseur Ryan Coogler übertrumpft damit bisherige Rekordhalter wie "Alles über Eva" (1950), den "Titanic"-Blockbuster (1998) und das Film-Musical "La La Land" (2017), die jeweils 14 Gewinnchancen hatten.
Die Herausforderung in "Blood & Sinners": Aus dem Hauptdarsteller per Computeranimation ein Zwillingspaar zu machen, Kampfszenen inklusive. Dabei seien visuelle Effekte besonders gut, wenn sie niemandem auffallen, sagt Michael Ralla.
Michael Ralla hat in Stuttgart studiert
An der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart hat Michael Ralla sein Handwerk gelernt. "Jede Minute dort hat sich ausgezahlt. Und zwar dahingehend, dass German Engineering immer noch hoch angesehen wird", erzählt der 46-Jährige.
An der HdM hat er einen bleibenden Eindruck hinterlassen, zum Beispiel bei Katja Schmid, die dort als Professorin lehrt. "Den Michi konnte nichts aufhalten", erzählt sie. "Die Hingabe war bei ihm von Anfang an zu spüren. Er hat die Sachen gründlich recherchiert und so lange probiert, bis es so war, wie er es haben wollte."
Sein früherer Mitstudent Marc Schleiss, mit dem er 2008 seinen Abschlussfilm gemacht hat, sagt über Ralla: "Der hat schon immer tolle Sachen gemacht, hat es aber auch ganz leicht aussehen lassen. Unser Studentenleben war nicht locker. Wir haben immer Gas gegeben."
"And the Oscar goes to...?" - Michael Ralla ist entspannt
Mit oder ohne Oscar: Michael Ralla sieht das Ganze entspannt und fühlt sich allein durch die Nominierung schon als Gewinner. Ein weiteres Projekt steht auch schon an: eine Neuauflage der Kult-Serie "Akte X".