Polizeibeamten ist am Mittwoch in einer länderübergreifenden Aktion ein Schlag gegen eine Räuberbande gelungen: Insgesamt vier Tatverdächtige im Alter zwischen 32 und 55 Jahren wurden in Rumänien festgenommen. Bei einem weiteren 31-jährigen Tatverdächtigen wurde die Wohnung durchsucht. Außerdem fanden Wohnungsdurchsuchungen in Frankreich und Deutschland statt. Dies teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Stuttgart, die Staatsanwaltschaft Memmingen, die Polizei Schwaben Süd-West in Kempten, Europol und die Direktion für die Bekämpfung Organisierter Kriminalität und Terrorismus in Bukarest gemeinsam mit.
Mindestens drei schwere Raubüberfälle in der Region Stuttgart
Die Tatverdächtigen sollen für zum Teil schwere Raub- und Eigentumsstraftaten im süddeutschen Raum verantwortlich sein, unter anderem im Raum Stuttgart und im bayerischen Altenstadt bei Neu-Ulm. Die Männer sollen etwa im September 2025 ein älteres Ehepaar in ihrem Haus in Stuttgart überwältigt, gefesselt und brutal ausgeraubt haben.
Die Ermittlungen der daraufhin eingerichteten Ermittlungsgruppe "Titan" führten den Angaben nach die Beamten auf die Spur möglicher Zusammenhänge zu ähnlichen Taten im Januar und Dezember 2025. Auch der Überfall auf Willi Weber, dem Ex-Manager von Formel-1-Fahrer Michael Schumacher, in seiner Stuttgarter Villa gehe auf das Konto der Diebesbande, so Staatsanwaltschaft und Polizei.
Schock nach Raubüberfall in Stuttgart Ex-Manager von Schumacher Willi Weber schildert brutalen Angriff
Am Dienstagabend wurde der ehemalige Schumacher-Manager Willi Weber in seiner Stuttgarter Villa überfallen und geschlagen. Jetzt verrät er Details über den Tathergang.
Die Täter gingen bei den Raubüberfällen immer gleich vor
In allen drei Fällen wurden die Bewohnerinnen und Bewohner überwältigt. Anschließend raubten die Verdächtigen Schmuck, Geld und Wertgegenstände, so die Ermittler. Die Vorgehensweise sei dabei immer von Brutalität geprägt gewesen: Die Opfer seien gefesselt, bedroht, zum Teil verletzt und stundenlang eingesperrt worden, um an die Beute zu gelangen. Mit dieser Vorgehensweise sollen die mutmaßlichen Täter allein in Stuttgart Diebesgut im Millionenbereich erbeutet haben.
Täter flüchtig Vier bewaffnete Einbrecher überwältigen Familie in Altenstadt
Überwältigt, gefesselt, geschlagen: Bewaffnete Einbrecher haben eine Familie in Altenstadt (Kreis Neu-Ulm) am Pfingstwochenende in ihrem Haus überfallen und ausgeraubt.
Parallel ergaben sich bei den Ermittlungen des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West Hinweise auf einen ähnlichen Fall in Altenstadt (Kreis Neu-Ulm) an Pfingsten vergangenen Jahres. Es folgte eine intensive polizeiliche Zusammenarbeit, bei der es gelang, den Tatverdächtigen weitere mögliche Taten im süddeutschen Raum zuzuordnen, so die Polizei in Stuttgart.
Parallel Ermittlungen im Kreis Neu-Ulm
Der Fall von Altenstadt wurde auch im November in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" vorgestellt. Bei den weiteren Ermittlungen half dann Europol. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen, möglicherweise ergeben sich noch Zusammenhänge zu weiteren Taten, heißt es, eventuell sogar in anderen Ländern. Auch sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, das nun erst ausgewertet werden müsse.
Es ist eine beispiellose Skrupellosigkeit, mit der die Tatverdächtigen vorgegangen sind.
"Die beispiellose Skrupellosigkeit, mit der die Tatverdächtigen vorgegangen sind, hat den Druck auf die Ermittlungen natürlich noch mehr erhöht. Das Gefühl von Wehrlosigkeit und Fassungslosigkeit können wir den betroffenen Personen leider nicht nehmen, aber wir können dafür sorgen, dass nicht noch mehr Menschen solchen furchtbaren Angriffen in ihren eigenen vier Wänden ausgesetzt sind", sagte Stuttgarts Polizeipräsident Markus Eisenbraun.
Die vier 55, 41, 33 und 32 Jahre alten Tatverdächtigen befinden sich derzeit in Auslieferungsgewahrsam.