Städte in Region wollen junge Menschen erreichen

Nach Herrenberg und Esslingen: Stadt Stuttgart ist auf TikTok

Die Stadt Stuttgart ist jetzt auf TikTok. Super Cringe oder ein nicer Move? Damit folgen sie einigen anderen Städte in der Region, die junge Bürgerinnen und Bürger über die Plattform erreichen wollen.

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Von Autor/in Deborah Kölz, Dorina Blau

Die Stadt Stuttgart betreibt nun einen eigenen TikTok-Kanal. Damit will sie nach eigenen Angaben Themen, die junge Menschen bewegen, sichtbarer machen. Denn die Landeshauptstadt sei mehr als nur Formulare und Anträge. Auch andere Städte in der Region sind schon auf TikTok: Herrenberg (Kreis Böblingen) und Esslingen zum Beispiel.

Lebenswert und Beteiligung - das will Stadt Stuttgart auf TikTok zeigen

Mit "Wir wollten eigentlich gar nicht hier sein." und "Wir hatten Angst vor Cringe." nimmt sich der erste Post auf dem Stadt-Stuttgart-TikTik-Account gleich selbst mal ein bisschen auf die Schippe. Aber sie seien jetzt auch auf TikTok. Denn die Stadt möchte auch die jungen Menschen in Stuttgart abholen und informieren, sagt Janette Seiz, Leiterin des Onlineteams, das den Kanal betreut. "Wir wollen zeigen, was unsere Stadt zu bieten hat, dass die jungen Menschen in einer lebenswerten Stadt wohnen und wollen transparent machen, wie wir arbeiten", so Seiz weiter.

Auf dem Kanal soll es deshalb zum Beispiel um Veranstaltungen, Kultur, Sport und besondere Orte gehen, aber auch um Ausbildung, Umweltschutz und Ehrenamt. Außerdem wolle das Stuttgarter Online-Team zeigen, wie demokratische Prozesse funktionieren und wie die jungen Bürgerinnen und Bürger in der Stadt mitreden und sich beteiligen können. "Wir leben in einer sehr komplizierten Welt", meint Seiz. "Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass wir als öffentliche Institutionen mit den jungen Menschen in den Dialog gehen und sie dort abholen, wo sie sind."

Die Stadt Stuttgart hat jetzt einen TikTok Account, um die jungen Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.
Was die Stadt Stuttgart auf Ihrem Account macht, ist über den Link übrigens auch einsehbar, selbst wenn man keinen eigenen TikTok-Account hat.

In Herrenberg betreiben Azubis und Studenten TikTok

Die Stadtverwaltung Herrenberg ist schon seit 2022 auf TikTok vertreten. Dort wird der Account vor allem von den Werkstudenten und Auszubildenden der Stadt betrieben. "Die junge Generation ist nicht mehr auf Facebook oder Instagram anzutreffen; daher haben wir uns für den TikTok-Kanal entschieden", berichtet ein Sprecher der Stadt Herrenberg. Der Kanal werde beispielsweise genutzt, um authentische und humorvolle Werbung für die Stadt als Arbeitgeberin und Ausbildungsmöglichkeit zu machen. Dazu gibt es Einblicke in verschiedene Teams. Das TikTok-Team thematisiert aber auch viele Beamten- und Bürokratie-Klischees. Auch zu sehen ist, wie sich der Marktplatz in Herrenberg wieder in ein Strandparadis im Sommer verwandelt, und es gab Informationsvideos, als im Juli ein Bürgerentscheid zur Windrädern anstand.

TikTok-Kanal zeigt, wer eigentlich alles bei Stadt Esslingen arbeitet

Esslingen dehnt das Ganze auf seinem TikTok-Kanal etwas aus. Dort zeigen die Mitarbeitenden seit Mitte 2024, wie es ist "bei der Stadt" zu arbeiten. Aber auch, welche Bereiche unter diesen Begriff fallen: Denn dazu gehört nicht nur die Verwaltung im Rathaus, sondern auch die Müllabfuhr, die Feuerwehr oder die Landschaftsgärtner. So können die Followerinnen und Follower zum Beispiel lernen, dass die "Mutter der Blumenkästen" für den instagramable Look auf der Esslinger Agnesbrücke verantwortlich ist oder wie viel eigentlich die verschiedenen Schutzausrüstungen der Feuerwehr wiegen. Und vor kurzem hat der TikTok-Kanal in Esslingen auch die Jugendbewegung "Meet Europe 2025" begleitet.

Planen auch andere Städte in der Region TikTok?

Eine weitere große Stadt in der Region Stuttgart überlegt, ob sie auf TikTok aktiv wird: Ludwigsburg. Es gebe aber noch kein Konzept, so ein Sprecher. "Wir haben es im Blick. Und sind gespannt, wie es sich in Stuttgart entwickelt und beobachten das", so die Antwort an den SWR. Die Städte Böblingen und Sindelfingen (Kreis Böblingen) haben dagegen bisher keine Pläne für TikTok. Die Stadt Göppingen antwortet auf SWR-Nachfrage, dass ihr Instagram-Account bereits gut ankomme. Außerdem gäbe es aktuell weder Personal noch Zeit, einen weiteren Kanal zu betreiben. Auch Nürtingen (Kreis Esslingen) will es auf Social Media wie bisher bei Instagram und Facebook belassen.

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