Auch im Jahr 2027 wird es voraussichtlich erneut zu Stammstreckensperrungen der S-Bahn in Stuttgart kommen. Stuttgarter und viele Pendler müssen sich wieder auf Schienen-Ersatzverkehr einstellen. Für 2025 und 2026 hatte die Deutsche Bahn das bereits angekündigt. Dass es auch 2027, nach der geplanten Eröffnung von Stuttgart 21, zu Behinderungen kommt, war bisher nicht klar.
Wie die "Stuttgarter Zeitung" zuerst berichtet, sei die Information über die Sperrungen in der nicht-öffentlichen Aufsichtsratssitzung des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) am Dienstag bekannt geworden. Dort habe die Aussage "schwere Irritationen" ausgelöst, wie die "Stuttgarter Zeitung" schreibt.
Stuttgarter S-Bahn: Alte Technik sorgt für neue Sperrungen
Ein Bahn-Sprecher bestätigt auf SWR-Anfrage, dass nach der Umschaltung auf die neue, digitale Technik noch die alte Technik entfernt werden muss. Diese Arbeiten könnten nicht während der vorgesehenen Sperrungen in 2025 und 2026 erledigt werden.
Der Grund: Die alte Technik werde noch benötigt bis zur Inbetriebnahme der neuen. Ein weiterer Grund ist nach SWR-Recherchen, dass es vor 2027 schlichtweg nicht genügend Zeit für den Ausbau der alten Technik gibt. Denn die wird vor der Inbetriebnahme des Digitalen Knotens für wichtige Tests benötigt. Im Idealfall könnte der Technikausbau 2027 mit anderen Instandsetzungsmaßnahmen kombiniert werden, die regelmäßig durchgeführt werden müssen.
Linke, Piraten und SÖS: Bahn betreibt "Versteckspiel"
Über das genaue Ausmaß und die Zeiträume der Behinderungen auf der S-Bahn-Stammstrecke im Jahr 2027 konnte die Bahn noch keine Angaben machen. Es werde aber rechtzeitig darüber informiert. Mehr könne die Bahn noch nicht dazu sagen, da die Information aus einer nichtöffentlichen Sitzung des VVS-Aufsichtsrats stamme.
Sperrungen im S-Bahn- und Regionalverkehr Angst vor Chaos: Verband Region Stuttgart fordert von Bahn Arbeitskreis und Geld
Das Bahn-Baustellenjahr 2025 in und um Stuttgart droht noch schlimmer zu werden als 2024. Der Verband Region Stuttgart fordert von der Bahn nun bessere Abstimmung und mehr Geld.
Das genau kritisiert die Fraktion Die Linke/ SÖS/ Piraten der Regionalversammlung. Die Deutsche Bahn verspiele das Vertrauen der Region, indem sie die Maßnahmen nicht offen ankündigt, sondern in einer nicht-öffentlichen Sitzung erwähnt, schreibt die Fraktion in einer Mitteilung. Auch die Regionalversammlung und der Verkehrsausschuss der Region Stuttgart seien nicht informiert worden.
Auf die Vorwürfe entgegnet die Bahn, sie habe den Verkehrsausschuss ausführlich über die Sperrungen für 2025 informiert. Über nachfolgende Sperrungen werde man dann informieren, sobald sie belastbar feststehen.
Auf die Sperrung im Sommer 2025 können sich Pendler und Stuttgarter jetzt schon einstellen: Zwischen dem 26. Juli und dem 6. September wird zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen keine S-Bahn fahren. Es ist bereits die fünfte Sperrung dieser Art. Die Strecke wird für den Anschluss an den Digitalen Knoten Stuttgart vorbereitet.