Die erste der Gitterschalen, die sich über die Eingangsbereiche des künftigen Durchgangsbahnhofs wölben, ist fertiggestellt. In einer feierlichen Zeremonie wurde sie am Donnerstagabend enthüllt. Damit ist zum ersten Mal ein wichtiger Teil des Bahnhofs von außen sichtbar.
Wir haben dem Bahnhof einen Charakter gegeben, ein Aussehen, ein Gesicht.
Stuttgart 21: Insgesamt vier Eingangsportale
Die große Halbkugel, durch die Reisende künftig in die Tiefbahnhofshalle eintreten können, war anfangs noch bedeckt. Die weiße Plane wurde im Abendrot von einem Kran abgezogen. Blaues Licht schimmerte durch die insgesamt 725 Glasscheiben, die eine Spezialfirma zwischen die Stahlstreben gebaut hatte.
Die insgesamt vier Eingangsportale würden später gemeinsam mit den sogenannten Lichtaugen zu einem markanten Kennzeichen für die Architektur des neuen Hauptbahnhofs, so die Deutsche Bahn. Für Menschen, die seit langem an der Baustelle des Tiefbahnhofs arbeiten, war es ein emotionaler Moment.
Die auf komplexe Fassadenkonstruktionen spezialisierte seele-Gruppe hat vor knapp einem Jahr mit dem Bau der Gitterschalen begonnen. Der Bau der weiteren Gitterschalen ist laut Bahn und seele-Gruppe bereits weit fortgeschritten.
Stuttgart 21: Eröffnung verzögert sich
Bei Deutschlands größter Baustelle Stuttgart 21 wird der bisherige Kopfbahnhof durch einen neuen Tiefbahnhof ersetzt. Die ursprüngliche Fertigstellung im Jahr 2019 wurde mehrfach verschoben. Auch die jüngsten Pläne, die eine vollständige Inbetriebnahme für Dezember 2026 vorsahen, müssen laut SWR-Recherchen wahrscheinlich begraben werden. Wahrscheinlich ist nun eine Teileröffnung. Die anfänglichen Kosten von knapp drei Milliarden Euro liegen inzwischen bei über 11 Milliarden Euro.