Im Dezember 2031 soll Stuttgart 21 vollständig in Betrieb genommen werden. Das hat der SWR aus Kreisen der Projektpartner erfahren. Demnach seien zum einen die Probleme von falsch verlegten Kabeln zu massiv. Hinzu kommen die Probleme bei der Notstromversorgung und Baumängel bei den im Tiefbahnhof verlegten Bahnsteigen und Bahnsteigfliesen. Deshalb würden weitere fünf Jahre bis zur vollständigen Eröffnung von Stuttgart 21 benötigt, ist aus Insider-Kreisen zu hören. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtete zuerst von dem neuen Eröffnungstermin. In einer ersten Reaktion zeigte sich die Stadt Stuttgart entsetzt.
Taskforce für Gäubahn und Co. Lenkungskreis Stuttgart 21: 2026 wird es für Bahnfahrer noch schlimmer
Es bleibt dabei: Der Tiefbahnhof für Stuttgart 21 soll im Dezember 2026 eingeweiht werden. Doch für Zugreisende und Pendler wird es laut Lenkungskreis nächstes Jahr noch schlimmer.
Revision S21: Bahn-Chefin Palla zog Notbremse
Alles fing Ende 2025 mit einer Notbremse von Seiten der Bahn-Chefin Evelyn Palla an. Knapp ein Jahr vor der bis dahin geplanten Eröffnung des neuen Tiefbahnhofs teilt sie mit, dass sich das Gesamtprojekt erneut verschiebe. Schon damals kündigte sie an, dass die Probleme und Herausforderungen vielschichtig seien - es werde eine interne Revision geben.
Seitdem wurden der Geschäftsführer und der stellvertretende Geschäftsführer von Stuttgart 21 ausgetauscht. Im Februar bestätigten dann mehrere Insider aus dem Projekt dem SWR, dass sich die Gesamtinbetriebnahme nicht nur um Monate, sondern um Jahre verzögern werde. Unklar war allerdings, wann genau der neue Eröffnungstermin sein sollte.
OB Nopper: "Hiobsbotschaft für Stuttgart"
In einer ersten Reaktion am Montagabend sprach der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) von einer "Hiobsbotschaft für Stuttgart". Das Bahnprojekt an sich bleibe eine "großartige" Idee, aber: "Die Ausführung entwickelt sich offenbar zu einem Fiasko." Nopper habe gegenüber der Bahn schon angekündigt, bei weiterer Verzögerungen "nicht nur ungeduldig" zu werden, sondern "auch ungemütlich". Nun müsse Bahn-Chefin Palla offen legen, was warum schief gelaufen sei.
Aus Sicht Noppers müsse die Deutsche Bahn nun beweisen, dass sie Großprojekte umsetzen kann. "Sie muss alles dafür tun, dass der Name unserer Stadt nicht mit einem nicht enden wollenden Jahrhundertprojekt in Verbindung gebracht wird", erklärte Nopper. Zudem habe die Bahn nun Sorge zu tragen, dass die Beeinträchtigungen durch die S21-Baustellen für die Menschen erträglicher werden. Gerade die Wegeführung am Hauptbahnhof solle "schnellstmöglich verbessert" werden.
SWR-Recherchen: Neue Doku zu Stuttgart 21
Am Donnerstag wird der SWR eine neue Doku veröffentlichen. Die SWR Story "Stuttgart 21 - verplant, verbaut, verschoben" wird um 21 Uhr im SWR Fernsehen gesendet und zuvor in der ARD Mediathek abrufbar sein. Darin wird es um weitere Hintergründe zu der Verschiebung gehen und ein wesentlicher Teil, wie es zur erneuten Verschiebung kommen konnte, näher beleuchtet.