Zoff um Gäubahn-Kappung, Digitalen Knoten und Ersatzverkehre

Stuttgart 21: Viele Baustellen und Konflikte vor Treffen im Lenkungskreis

Beim Lenkungskreis am Montag haben die Projektpartner von Stuttgart 21 viel zu diskutieren. Neben der Gäubahnkappung könnte es ums Baustellen-Management und den Digitalen Knoten gehen.

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Stand

Ein schon über Jahre erprobtes, nicht immer konfliktfreies Format: An diesem Montag treffen sich die Projektpartner beim Lenkungskreis für das Bahnprojekt Stuttgart 21 - Bahn, Land, Stadt, Region Stuttgart und Flughafen. Gastgeber ist die Stadt Stuttgart. Auf dem Programm steht der Fortschritt beim Bahnhofsprojekt: Wird der Tiefbahnhof tatsächlich Ende 2026 in Betrieb gehen? Was verändert sich dann für die Fahrgäste? Die Ergebnisse des Gesprächs sollen um 13 Uhr vorgestellt werden.

Schon im April 2026 droht der Wegfall der Panoramabahn

Zwei Themen, die bei dem Treffen wohl zur Sprache kommen werden, sind die Gäubahn und die Stammstreckensperrungen der S-Bahn. Dazu hatte es zuletzt viel Unruhe gegeben. Geplant ist, im April 2026 die Gäubahn vom Hauptbahnhof Stuttgart abzuhängen, also die Süd-Trasse von Stuttgart über Horb und Tuttlingen nach Singen und Zürich. Schließlich entsteht im Bereich des Nordbahnhofs eine S-Bahn-Strecke im Rahmen vom S21. Ein Weiterbetrieb der Stuttgarter Panoramabahn ist dann nicht mehr möglich, die Gäubahn muss dann in Stuttgart-Vaihingen enden - mindestens sieben Jahre lang. Die Passagiere müssten dann mit der S-Bahn weiterfahren.

Doch auch das wird nun wohl erschwert. So wurde nun zudem klar, dass wegen der Sanierung der S-Bahn-Stammstrecke im Sommer 2026 und wohl auch 2027 keine S-Bahn von Stuttgart-Vaihingen aus den Hauptbahnhof erreicht. Gäubahn-Passagiere müssten dann - Stand heute - sogar auf die Stadtbahn oder einen Ersatzverkehr umsteigen. Das läuft zumindest für einige Wochen im Sommer allen bisherigen Plänen entgegen, um die Kappung der Gäubahn so gut wie möglich abzufedern.

Heftiger Protest gegen doppelte Kappung der Gäubahn

Das hat für heftigen Protest des Interessenverbands Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn (GNNB) gesorgt. Auch die Oberbürgermeister der Gäubahn-Anrainerstädte reagierten empört. Der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung hatte einstimmig einem Eil-Antrag von CDU/ÖDP und Grünen zugestimmt. In diesem wird die Bahn aufgefordert, die Betriebsfähigkeit von S-Bahn und Gäubahn soweit möglich sicherzustellen - wichtig sei nur, "dass dadurch keine Gefährdung für die termingerechte Inbetriebnahme von Stuttgart 21 entsteht".

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Auch die Gegner von Stuttgart 21 greifen diesen Protest auf und wollen diesen Montag vor dem Rathaus in Stuttgart demonstrieren. Angesichts des Drucks der Gäubahn-Anrainer werde der Lenkungskreis nicht umhinkommen, umzuplanen und die Gäubahn-Kappung zumindest auf Ende 2026 zu verschieben, erklärte das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 in einer Mitteilung.

Land und Region in Sorge wegen Management der Baustellen

Aber auch weitere Aspekte könnten für Unruhe beim Lenkungskreis sorgen: Das Landesverkehrsministerium will aus mehreren Quellen erfahren haben, dass die für den Bau des Digitalen Knotens Stuttgart (DKS) zuständige Bahn-Tochter DB InfraGO Stellen eben in diesem Bereich einsparen will. Das betreffe auch Fachleute, um die digitale Sicherungstechnik "European Train Control System" (ETCS) in und um Stuttgart vollständig zu installieren. In einem Brief warnt Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) nun, diese Stellen abzubauen. Er droht mit Konsequenzen, wenn die Bahn nicht wie zugesichert den Digitalen Knoten umsetzen will.

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Und das war nicht der erste deutlich formulierte Brief aus dem Landesverkehrsministerium an die Bahn. Auch das Management der vielen Bahn-Baustellen gerade in und um Stuttgart, die Ersatzverkehre und die Kommunikation mit den betroffenen Fahrgästen sollten und müssten künftig besser werden. Dazu ging schon Anfang März ein entsprechendes Schreiben raus. Auch die Region Stuttgart hatte gefordert, einen Arbeitskreis einzurichten, um die Härten der vielen Baustellen gerade in und um Stuttgart abzufedern. Zuletzt hatte es Kritik an der Bahn gegeben, dass diese die Baustellen oft nicht mehr rechtzeitig vorher ankündigt habe.

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