Landrat stellt Betrieb ein

Nach Pannen und Ausfällen: Schönbuchbahn fährt vorerst nicht mehr

Technische Mängel oder Softwarefehler: In den vergangenen Monaten gab es bei der Schönbuchbahn immer wieder Probleme. Jetzt zieht der Landrat von Böblingen die Reißleine.

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Von Autor/in Dorina Blau

Der Betrieb der Schönbuchbahn, die zwischen Böblingen und Dettenhausen (Kreis Tübingen) fährt, wird vorläufig komplett eingestellt. Nach Monaten voller Probleme und Ausfälle greift Böblingens Landrat Roland Bernhard (parteilos) hart durch. Er macht den spanischen Hersteller der neuen Elektrotriebwagen, die Firma CAF, für die Situation verantwortlich.

Landrat Roland Bernhard: "Das Maß ist voll!"

Man lasse sich nicht länger von der Firma hinhalten, schreibt Bernhard in einer Mitteilung. Er ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Zweckverbandes Schönbuchbahn. "Was hier abgeliefert wurde, ist eines führenden Schienenfahrzeugherstellers unwürdig und für eine wirtschaftsstarke Hightech-Region wie unsere schlicht inakzeptabel", kritisiert Bernhard. Die ständigen Pannen, die kurzfristigen Ausfälle und die gebrochenen Versprechen hätten das Vertrauen in den Hersteller fundamental zerstört.

Der Zweckverband habe mehrfach versucht, den Betrieb mit den neuen, elektrischen Zügen aufzunehmen, so der Landrat von Böblingen. Diese Versuche seien immer wieder an technischen Mängeln und Softwareproblemen der neuen Fahrzeuge gescheitert. Zuletzt habe man den Betrieb selbst mit einer Minimalzahl an Zügen nicht mehr verlässlich aufrechtzuerhalten können. "Mal sind vier, dann nur zwei Züge verfügbar gewesen", ärgert sich Bernhard.

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Der Bahnbetrieb auf der Schönbuchbahn zwischen Böblingen und Dettenhausen wird laut Landrat Bernhard erst dann wieder aufgenommen, wenn der Hersteller mindestens sechs voll funktionsfähige Fahrzeuge für den Dauerbetrieb bereitstellt. Bis dahin gibt es ausschließlich den Schienenersatzverkehr. "Wir werden den stabilen und planbaren Schienenersatzverkehr mit Bussen den ganzen Februar beibehalten, auf den sich die Menschen verlassen können", schreibt er. "Das ist eine ehrliche Lösung, auch wenn sie nicht so komfortabel ist, wie ein reibungsloser Zugverkehr."

Der Firma CAF stellt er ein Ultimatum. Er erwarte, dass die funktionsfähigen Züge bis zum 23. Februar bereitgestellt werden. Bernhard: "Sonst kollabiert der öffentliche Nahverkehr entlang der Schönbuchbahn komplett, weil dann auch der Schienenersatzverkehr wegen einer geplanten Straßenbaustelle in Weil im Schönbuch behindert ist."

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