Kreis Göppingen

Ausbau des Albaufstiegs auf der A8 beginnt

Nach jahrzehntelanger Planung ist es nun so weit: Der Ausbau des A8-Albaufstiegs beginnt bald. Ein Überblick über Kosten, Dauer, Kritik und die versprochene Entlastung.

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Von Autor/in Aita Koha

Die Autobahn 8 zwischen Mühlhausen im Täle (Kreis Göppingen) und Merklingen (Alb-Donau-Kreis) ist seit Jahrzehnten für Pendler, Urlauber und den Fernverkehr ein Nadelöhr. Um Entlastung zu schaffen, werden der Albauf- und Albabstieg nun zusammengelegt und auf jeweils drei Spuren ausgebaut.

Der geplante Neubau der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt: Linien zeigen die alte und neue Streckenführung des Albaufstiegs.
Der geplante Neubau der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt: Die blaue Linie zeigt die neue Streckenführung mit zwei Brücken und zwei Tunneln. Die gelbe und grüne Linie zeigen die beiden Albauf- und Albabstiegsstraßen wie sie heute verlaufen.

Wann ist der Ausbau des Albaufstiegs fertig?

Nach heutigem Stand, sagte die Autobahn GmbH des Bundes dem SWR, soll die A8 2034 freigegeben werden. Mit den Arbeiten für die Tunnel und Brücken werde direkt 2026 begonnen. Neben der Untersuchung des Baugrundes in bis zu 140 Metern Tiefe werden unter anderem auch Entwässerungssysteme, Stromtrassen und Ausgleichsmaßnahmen in den kommenden beiden Jahren angegangen.

Wie viel kostet der Bau?

Der geplante Ausbau wird auf rund 1,4 Milliarden Euro geschätzt. Im Dezember 2024 gingen die Behörden noch von 900 Millionen Euro aus - und der Ausbau der A8 stand zwischenzeitlich auf der Kippe: Eine Milliardenlücke bei der Finanzierung klaffte. Der Bund wollte den Ausbau verschieben, bis dann doch im Dezember 2025 die Baufreigabe kam.

Was bringt der Ausbau?

Der Ausbau des Albaufstiegs auf der A8 soll einige Verbesserungen mit sich bringen, so die Planer. Die alte zweistreifige Strecke ist nach Informationen der Autobahn GmbH des Bundes längst überlastet und nicht mehr sanierungsfähig. Jetzt werden drei Fahrstreifen pro Richtung plus Standstreifen gebaut, dazu zwei Tunnel und zwei Brücken. Die Strecke wird dadurch 3,8 Kilometer kürzer und flacher, mit einer maximalen Steigung von 3,5 Prozent statt bisher 6,3 Prozent. Das heißt nach Angaben der Autobahn GmbH: weniger Staus, weniger Lärm und weniger Emissionen.

Für die Kommunen entlang der Autobahn und ihre Einwohner wird die ausgebaute Autobahn Entlastung bringen. Bisher bedeutet ein Stau auf der Autobahn in der Regel, dass viele Autofahrer auf die umliegenden Landstraßen durch die Orte ausweichen. Doch es gibt auch Menschen, die diesen Ausbau nicht gut finden. Beispielsweise eine Bürgerinitiative aus Drackenstein. Sie fordern eine andere Trassenführung, eine, die umweltverträglicher sein soll.

Baustelle der Albaufstiegstraße, 1957 fertiggestellt
Der Albabstieg wurde 1937, die Albaufstiegstraße 1957 fertiggestellt - seitdem wurde nichts Wesentliches mehr ausgebaut an der Strecke.

Eine lange Geschichte geht zu Ende

Der Abschnitt der A8 im Kreis Göppingen zählt zu den ältesten Autobahnstrecken Deutschlands. 1937 wurde die Albabstiegsstraße gebaut, die Albaufstiegsstraße 1957, beide jeweils mit zwei Fahrsteifen. Die Strecke ist steil und kurvig. Häufig kommt es zu Staus und Unfällen. Dass dieser Streckenabschnitt saniert werden muss, ist seit Jahrzehnten klar. Es wurde sehr lange gerungen und gestritten, es wurden Pläne erstellt und wieder verworfen. Immer wieder kam die Frage auf, wann denn endlich gebaut wird.

Was ist an diesem Streckenabschnitt so besonders?

An der Anschlussstelle Mühlhausen teilen sich bisher die Fahrbahnen der A8. Die beiden Trassen sind bis zu zwei Kilometer voneinander entfernt und überwinden auf zwölf Kilometern 230 Höhenmeter. Diese Teilung war nötig, weil beim Bau in den 1930er-Jahren eine vierspurige Strecke an einem Hang nicht machbar war, berichtet die Autobahn GmbH. Es gab sogar Pläne, die Fahrbahnen übereinander zu bauen, doch das scheiterte damals an den Kosten und der Zerschneidung der Landschaft.

Und was passiert mit dem alten Albaufstieg?

Ein Teil der Straße soll später entsiegelt und zurückgebaut werden. Der alte Albaufstieg wird zur Landstraße mit Gegenverkehr und soll weiterhin als Ausweichstrecke erhalten bleiben. Aus der Strecke des Albabstiegs wird ein neuer Landesradweg von drei Kilometer Länge, der dann durch das Gosbachtal führt.

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