Weil er seine Geliebte in Nürtingen (Kreis Esslingen) tötete, hat das Landgericht Stuttgart am Freitag einen Mann zu zehn Jahren Haft verurteilt. Man habe kein Motiv ermitteln können - und ohne Motiv sei keine Verurteilung wegen Mordes möglich, so das Gericht. Markus Okolisan, der Rechtsanwalt und Verteidiger des Angeklagten, bezeichnete das Urteil als hart, aber angemessen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Urteil: Mann muss zehn Jahre in Haft
Der nun Verurteilte stammt aus dem Iran und war 2023 nach Deutschland gekommen. Er und die Frau hatten sich in einem Sprachkurs für Asylbewerber kennengelernt. Die Frau leitete ehrenamtlich den Kurs als Lehrerin.
Beide hatten laut Gericht eine intime Beziehung, in der sich der Mann nach Angaben der Richterin schnell eifersüchtig zeigte. Er habe unter anderem versucht, der Frau den Kontakt zu anderen Männern zu verbieten. Am zweiten Verhandlungstag hatte er vor Gericht bestätigt, dass er mit der 66-jährigen Frau eine intime Beziehung gehabt habe.
Prozess am Landgericht startet Prozessbeginn in Stuttgart: Mord an Sprachlehrerin aus Eifersucht?
Vor dem Landgericht Stuttgart startet am Donnerstag ein Prozess gegen einen 38-Jährigen. Er soll im Oktober 2024 seine 66-jährige Sprachlehrerin ermordet haben.
Leiche in Neckar geworfen
Der Mann erwürgte die Sprachlehrerin nach Überzeugung des Gerichts Mitte Oktober 2024 in ihrer Wohnung in Nürtingen. Nach der Tat habe er die Leiche der 66-Jährigen in einen Bettdeckenüberzug gewickelt und in den Neckar geworfen, sagte die Richterin nach der Verkündung des Urteils.
Motiv bleibt am Ende des Prozesses unklar
Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann wegen Mordes angeklagt und war davon ausgegangen, dass er die Frau aus Eifersucht getötet hatte. Weil man das Motiv für die Tat nicht sicher habe feststellen können, sei die Tat als Totschlag zu werten, sagte die Richterin.