"Es ist alles dicht!"

Tunnelbrand auf A81: Staus, Umleitungen und genervte Anwohner

Der Engelbergtunnel bleibt nach dem Brand auf unbestimmte Zeit in Richtung Süden gesperrt. Das führt zu massiven Verkehrsbehinderungen. Was heißt das für Autofahrer und Anwohner?

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Stand

Am Morgen nach dem Brand im Engelbergtunnel sind in Leonberg (Kreis Böblingen) und Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) die Straßen verstopft. Selbst auf der A8 staute es sich kilometerlang, denn es gab einen Rückstau auf der Überleitung von der A8 auf die A81, wie die Polizei dem SWR sagte.

Anwohner sprechen von Chaos

"Es ist alles zu. Man steht an den Kreuzungen. Was will man machen?" So schilderte es ein Autofahrer am Mittwochmorgen. Er stand mit vielen anderen im Stau. Ein anderer Autofahrer formulierte es so: "Chaos! Hier kommt man überhaupt nicht mehr voran. Durch Leonberg durch dauert es mindestens eine Stunde."

Unsere alten Menschen trauen sich ohne Begleitung nicht einmal über die Straßen!

Kerstin Jost aus dem Leonberger Stadtteil Höfingen (Kreis Böblingen) klagt am Donnerstagvormittag über Lkw-Verkehr: "Unser Dorf ist nicht ausgelegt für Brummis!" Seit dem Brand im Engelbergtunnel sei alles dicht und alle Straßen im Ort voll, so die Leonbergerin. "Das geht Tag und Nacht: Schilder werden umgefahren und unsere alten Menschen trauen sich ohne Begleitung nicht einmal über die Straßen!"

Steffen Grabenstein, Sprecher beim Polizeipräsidium Ludwigsburg, überrascht das nicht. Denn der Engelbergtunnel sei ein Nadelöhr. "Wenn der zu ist, versucht man irgenwie drumherum zu kommen." Anwohnerinnen und Anwohner in den angrenzenden Ortschaften sind Kummer gewöhnt. Immer wieder kommt es zu Ausweichverkehr rund um den Engelberg. Zuletzt gab es immer wieder Fehlalarme. Doch am Abend nach dem Brand sei es besonders schlimm gewesen, berichtet eine Frau aus Gerlingen.

Alles war dicht. Das war irre.

Alles sei dicht gewesen. Für zwei Kilometer habe sie 40 Minuten gebraucht. Gern hätte sie einfach ihr Auto abgestellt und wäre den Rest gelaufen. Doch auch der Weg zum Parkplatz sei verstopft gewesen. "Das war irre". Ähnliches berichten Autofahrerinnen und Ausfahrer aus Stuttgart-Weilimdorf, Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) und Leonberg. Lkw schlängeln sich durch Wohngebiete. "Da geht gar nichts mehr", sind Menschen vor Ort empört.

Umleitungen und veränderte Ampelschaltungen

Entlastung brachte eine neu programmierte Ampelschaltung. Dadurch habe die Verkehrssituation rund um die Ausleitungsstrecken etwas entzerrt werden können, heißt es beim Polizeipräsidium Ludwigsburg. Doch im Berufsverkehr wird weiter mit Behinderungen gerechnet.

Wer mit dem Auto auf der A81 von Ludwigsburg Richtung Stuttgart fährt, wird an der Autobahnausfahrt Feuerbach ausgeleitet, Lkw bereits ab Zuffenhausen, um die Verkehrssituation zu entzerren. Außerdem versuchen viele Ortskundige diesen neuralgischen Streckenabschnitt zu umfahren. Dementsprechend staut es sich immer wieder in Stuttgart-Feuerbach und Zuffenhausen. Die Polizei empfiehlt, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

300 Meter Sicherheitstechnik im Tunnel komplett zerstört

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Feuerwehrleute, das Technische Hilfswerk, Elektriker und Bauwerksprüfer in dem Tunnel gearbeitet. Zerstörte Tunneltechnik und lose Betonteile wurden entfernt, Gitter zur Sicherung montiert, teilte die Autobahn GmbH am Mittwoch mit. Nun müssen die Schäden im Engelbergtunnel repariert werden. Denn solange die Sicherheitstechnik nicht funktioniert, bleibt die Weströhre nach Informationen der Autobahn GmbH auf unbestimmte Zeit für den Verkehr gesperrt.

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SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Aita Koha
Aita Koha
Philipp Pfäfflin
Portraitfoto von Philipp Pfäfflin
Olga Henich
Olga Henich

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