Polizei nennt möglichen Grund für Brand im Tunnel

A81: Engelbergtunnel bleibt nach Feuer in Richtung Süden auf unbestimmte Zeit gesperrt

Im Engelbergtunnel bei Leonberg hat es am Dienstag gebrannt. Beim Brand wurden mehrere Menschen verletzt. Die Röhre in Richtung Stuttgart bleibt vorerst gesperrt.

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Stand

Nach dem Brand im Engelbergtunnel auf der A81 bei Leonberg (Kreis Böblingen) am Dienstag wird das Ausmaß der Schäden deutlicher. Während der Verkehr in Richtung Norden am frühen Mittwochmorgen wieder freigegeben wurde, bleibt die Tunnelröhre Richtung Süden laut Polizei auf unbestimmte Zeit gesperrt. Zunächst war von einer Sperrung bis Anfang April ausgegangen worden. Das Feuer zerstörte die Betriebstechnik hier auf mehrere hundert Meter. An der Tunneldecke der Weströhre platzte durch die Hitze Beton ab. Die Kabel der Tunnelsteuerung sowie der Brandmeldeanlage seien verschmort, teilte die Autobahn GmbH mit. Das Tunnelbauwerk ist laut einem Sprecher der Autobahngesellschaft nur oberflächlich betroffen.

Wie lange dauert die Sperrung an?

Ziel sei es, den Verkehr so schnell wie möglich wieder in die Weströhre zu bekommen, sagte der Sprecher. Dazu müsse aber zuerst die Sicherheitstechnik wieder eingebaut werden. Man wisse heute noch nicht, wie lange das dauere. Und weiter: "Man kann die Sachen, die wir dafür brauchen, nicht im Baumarkt kaufen, wir sind ein bisschen abhängig davon, wie schnell wir das bekommen."

Die sogenannte Oströhre in Richtung Heilbronn ist dagegen wieder frei. Der Verkehr wird dort aufgrund von Bauarbeiten zweispurig geführt. Die Durchfahrt aus Richtung München kommend ist wieder möglich. Die Überleitung von Karlsruhe kommend bleibt vorerst gesperrt. Der Verkehr wird von dort in die Oströhre umgeleitet.

Feuer im Engelbergtunnel

Umleitung nach Feuer und Sperrung auf der A81 im Engelbergtunnel: Staus und Behinderungen

Aufgrund der anhaltenden Sperrung in Richtung Süden wurde eine Umleitung eingerichtet. Die Polizei empfiehlt aber, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Zwischen den Stuttgarter Stadtbezirken Feuerbach und Zuffenhausen kommt es auf der A81 seit dem Feuer immer wieder zu kilometerlangen Staus, weil der Verkehr dort ausgeleitet wird. Autofahrer müssen deshalb mit längeren Verzögerungen rechnen, heißt es. Auch innerhalb dieser Stadtbezirke sowie in den umliegenden Städten Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) und Leonberg (Kreis Böblingen) staut sich der Verkehr.

Die Polizei Stuttgart warnt in einem Post auf der Plattform "X" vor einem erhöhten Verkehrsaufkommen in der Umgebung des Tunnels. Besonders Lkws stauen sich dort, aber auch für Autos geht es dort nur langsam voran. Derzeit wird nach Angaben der Polizei versucht, durch geänderte Ampelschaltungen den Verkehr zu entlasten. Der überregionale Verkehr sollte den Engelbergtunnel weiträumig umfahren und dazu über die A6 auf die A5 oder A7 in Richtung Süden ausweichen, so der Rat des ADAC.

Auswirkungen auf den Betrieb der Strohgäubahn 

Auch auf die Schiene hat die Tunnelsperrung mittlerweile Auswirkungen. Durch den Ausweichverkehr kann es zu Verspätungen bei der Strohgäubahn kommen. Die Verspätungen sind laut Landratsamt Ludwigsburg auf einen Bahnübergang im Ditzinger Stadtteil Heimerdingen zurückzuführen.

Dort stehen demnach wegen des Ausweichverkehrs nämlich immer wieder Autos auf den Gleisen. Diese sorgten dafür, dass die Züge nicht durchfahren können und es zu Verspätungen kommt. Auch der Anschluss an die S-Bahn in Korntal könne davon betroffen sein. Der Zweckverband Stohgäubahn empfiehlt Fahrgästen deswegen vorab die Verbindung in der Fahrplan-App zu checken.

Brennender Lkw im Engelbergtunnel: Was ist passiert?

Bei dem Brand am Dienstag wurden mehrere Menschen verletzt. Ein brennender Lkw-Anhänger am Eingang der Weströhre hatte den Verkehr lahmgelegt, mehrere dunkle Rauchsäulen über dem Tunnel waren von Weitem zu sehen. Der Brand im Engelbergtunnel sei gegen 14:20 Uhr gemeldet worden.

Laut Polizei war der Lkw-Anhänger mit Kühlschränken beladen. Die beiden Lkw-Fahrer wurden laut dem leitenden Notarzt leicht bis mittelschwer verletzt und kamen den Angaben zufolge mit Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus.

Feuer in Autobahn-Tunnel: Polizei nennt mögliche Ursache

Wie die Polizei am Mittwochnachmittag mitteilte, gehen die Beamten nach den bisherigen Ermittlungen davon aus, dass der Brand möglicherweise durch eine Reifenpanne entstanden ist. Infolge dessen habe sich während der Fahrt mutmaßlich eine große Hitze am betroffenen Rad gebildet, welche letztlich zum Brand des Aufliegers führte.

Über 30 Menschen wurden vor Ort vom Rettungsdienst betreut. Darunter waren Menschen, die aus dem Tunnel gerannt kamen und psychologisch betreut wurden oder die Rauchgas eingeatmet hatten. So schilderten es Rettungskräfte einem SWR-Reporter vor Ort. Auch mehrere Angehörige hatten offenbar in Panik versucht, durch den Stau zum Tunnel zu kommen. Einsatzkräfte sprachen von riesigem Glück, dass der Brand direkt am Tunneleingang ausgebrochen war. Laut Autobahn GmbH waren fast 400 Einsatzkräfte vor Ort.

Engelbergtunnel verkehrsreichster Tunnel im Land

Auf Handyvideos, die vor Ort aufgenommen und dem SWR zur Verfügung gestellt wurden, sind laute Explonsgeräusche zu hören. "Über mehrere Minuten hinweg verteilt waren insgesamt etwa sechs bis acht Explosionen laut wahrnehmbar", schilderte SWR-Hörer Stephan Faulhaber die Geschehnisse. Er konnte kurz nach Ausbruch des Feuers den Brand beobachten.

Die letzte größere Sperrung aufgrund eines Brands im Engelbergtunnel gab es im vergangenen Herbst. Die Autobahn Gmbh wertet den Engelbergtunnel mit bis zu 140.000 durchfahrenden Fahrzeugen pro Tag als den verkehrsreichsten Tunnel Baden-Württembergs.

Baden-Württemberg

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Ein Lkw hat im Engelbergtunnel Feuer gefangen und einen Großbrand ausgelöst - mehre Menschen wurden verletzt. Was muss man tun, um sich zu retten?

Reaktionen im Video Nach Feuer im Engelbergtunnel: So reagieren die Leute auf die Sperrung

In dem einem vielbefahrenen Engelbergtunnel entlang der Autobahn 81 bei Leonberg gab es einen Brand. Ein Teil des Tunnels bleibt lange gesperrt – hier gibt es alle Infos!

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Frieder Kümmerer
Frieder Kümmerer
Matthias Deggeller
Bild von SWR-Redakteur Matthias Deggeller
Jakob Fandrey
SWR-Redakteur Jakob Fandrey
Olga Henich
Olga Henich

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