Großeinsatz auf der A81

Nach Feuer in Engelbergtunnel: Wie man sich bei einem Tunnelbrand richtig verhält

Ein Lkw hat im Engelbergtunnel Feuer gefangen und einen Großbrand ausgelöst - mehre Menschen wurden verletzt. Was muss man tun, um sich zu retten?

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Von Autor/in Isabell Erb

Der Brand eines Lkw im Engelbergtunnel bei Leonberg (Kreis Böblingen) hat am Dienstagnachmittag einen Großalarm ausgelöst. Mehrere Menschen wurden verletzt, 170 Feuerwehrkräfte waren nach Angaben der Stadt Leonberg zu Spitzenzeiten im Einsatz. Sowohl für Autofahrer als auch für die Rettungskräfte ist das eine Extremsituation. Wir erklären, wie man sich in einem solchen Fall richtig verhält - und warum solche Einsätze für die Rettungskräfte besonders kompliziert sind.

Warum ist ein Brand wie der im Engelbergtunnel so gefährlich?

Mit das Gefährlichste an einem Tunnelbrand ist der Rauch. Dieser könne sich im Tunnel viel schneller ausbreiten als im Freien, sagt Ruben Gallus, ein Sprecher der Feuerwehr Stuttgart: "Dadurch, dass er nicht nach oben abziehen kann, kann die Sicht im Tunnel sehr schlecht werden." Außerdem entstünden bei einem Brand giftige Gase. Wichtig sei also, dem Rauch möglichst zügig zu entkommen.  

Wie verhält man sich bei einem Brandfall im Tunnel richtig?

Wenn das eigene Auto im Tunnel zu rauchen beginnt, sollte man zunächst einmal den Warnblinker anschalten und - falls möglich - noch aus dem Tunnel herausfahren. "Wenn das nicht möglich ist, sollte man am besten im Tunnel rechts ranfahren und das Fahrzeug verlassen", heißt es von der Feuerwehr Stuttgart. Laut ADAC ist es wichtig, den Motor abzustellen und den Zündschlüssel stecken zu lassen. Nach dem Verlassen des Autos sollte der Feueralarm an der Notrufstation ausgelöst werden.

Wie gehen die Rettungskräfte in einem solchen Fall vor?

"Es gibt spezielle Taktiken für Tunnelbrandbekämpfungen - beziehungsweise generell für unterirdische Verkehrsanlagen", sagt Feuerwehrsprecher Gallus. Das mache jede Feuerwehr unterschiedlich, in Stuttgart arbeite man mit einer sogenannten Stoßdruck-Taktik. Priorität eins sei dabei, das Feuer zu löschen, um die Situation für Einsatzkräfte und für Personen, die noch gerettet werden müssen, zu verbessern.

Ein Brand in diesem Ausmaß, und sogar mit den Schäden am Tunnel, passiert aber glücklicherweise sehr selten.

Was ist die große Herausforderung für die Rettungskräfte, die vor Ort sind?

Die größten Herausforderungen seien die schlechten Sichtbedingungen und die Hitze, so Gallus. Aber auch, dass die Rettungskräfte bei Tunnelbränden teils lange Anmarschwege hätten, könne zum Problem werden. Im Fall des Engelbergtunnels war dies allerdings nicht der Fall, der betreffende LKW hatte am Tunnelanfang Feuer gefangen. Aber: "Wäre der Brand in der Mitte des Tunnels gewesen, wäre der lange Anmarschweg noch ein zusätzlicher Faktor gewesen", sagt der Feuerwehrsprecher.

Was wäre passiert, wenn der Brand im Inneren des Tunnels ausgebrochen wäre?

"Dann ist das ein bisschen komplizierter für die Feuerwehr, weil die Rettungskräfte dann weiter in den Tunnel rein müssen", sagt Gallus. Meistens habe man die Möglichkeit, durch die nicht betroffene Parallelröhre zum Brand vorzudringen. Der Engelbergtunnel sei ein solcher zweiröhriger Tunnel.

Wäre der Brand im Inneren des Tunnels ausgebrochen, wären die Rettungskräfte vermutlich auf diese Weise vorgegangen, so der Feuerwehrsprecher. Denn: "In der Regel führt in zweiröhrigen Tunneln ein Rettungsweg in die nicht betroffene Röhre - und dort ist man dann sehr schnell im rauchfreien Bereich."

Wie wahrscheinlich ist so ein Brandfall überhaupt?

"Das, was am Dienstagmittag im Engelbergtunnel passiert ist, passiert Gott sei Dank nicht sehr häufig", sagt Gallus. Natürlich sei die Feuerwehr darauf vorbereitet, "aber es passiert zum Glück nicht sehr oft". Es gebe Brandmeldeanlagen und andere Überwachungssysteme, die einen solchen Vorfall verhindern oder zumindest das Brandausmaß verringern könnten.

Natürlich gebe es immer mal wieder Pannenfahrzeuge in Tunneln oder kleinere Brände. "Ein Brand in diesem Ausmaß, und sogar mit den Schäden am Tunnel, passiert aber glücklicherweise sehr selten."

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