Vergangenen August wurde Ramzi Awat Nabi von Stuttgart in den Irak abgeschoben. Seitdem hatten viele Menschen um seine Rückkehr gekämpft. Heute bekam der 24-Jährige sein Studentenvisum überreicht. Damit ist die letzte Hürde geschafft und Nabi kann sein Studium in Esslingen fortsetzen. Zuerst hatte die Stuttgarter Zeitung berichtet.
Das Konsulat in Erbil im Irak übergab dem kurdischen Studenten am Donnerstag sein Visum. Das haben sein Anwalt und sein Bruder dem SWR bestätigt. Mit dem Visum kann der 24-Jährige wieder zurück nach Deutschland. Monatelang hatte Ramzi Awat Nabi auf diesen Moment gewartet. Auch von seinem großen Bruder Bilal fällt eine große Last ab: "Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch." Ein Teil von ihm, der ihm gefehlt habe, sei bald wieder mit ihm vereint, sagte Bilal Awat Nabi dem SWR.
Nach Abschiebung: Ankunft in Stuttgart ist schon am Sonntag möglich
Das Studentenvisum war die letzte Hürde, die es für Nabi noch zu bewältigen galt, um wieder in sein altes Leben zurückzukehren. Das Visum ist ab dem 25. Januar gültig. Das bedeutet, dass Nabi ab Sonntag wieder nach Deutschland einreisen darf. Für diesen Moment hatten er, sein Bruder, Anwalt und viele weitere Menschen monatelang gekämpft, nachdem Polizeibeamte den 24-Jährigen im vergangenen August aus seinem Studentenwohnheim geholt und in einen Abschiebeflieger nach Bagdad gesetzt hatten.
Fall Ramzi Awat Nabi Aus Stuttgart abgeschobener Student könnte bald nach Deutschland zurückkehren
Die Abschiebung von Ramzi Awat Nabi aus Stuttgart in den Irak hat für Aufsehen gesorgt. Mit einem Studentenvisum könnte er bald wieder einreisen, doch es gibt noch eine Hürde.
Zur Begründung sagte die Stadt Stuttgart damals, dass "eine zweifelsfreie Identitätsklärung nicht möglich gewesen sei". Weil der 24-Jährige dann aber eine im Irak ausgestellte biometrische ID-Karte vorlegen konnte, wurde seine Wiedereinreisesperre von 30 Monaten auf drei Monate verkürzt. Im November hätte Nabi theoretisch dann wieder einreisen dürfen. Allerdings fehlte da noch das Studentenvisum. Das stellen die deutschen Behörden im Irak aus. Ein Termin dafür kann laut der Website der Behörde über ein Jahr dauern.
Wir danken allen, die uns in dieser Zeit unterstützt haben.
Doch der Anwalt des Studenten, Roland Kugler, hatte dem SWR schon im vergangenen November gesagt, dass es für seinen Mandanten nicht in Frage komme, noch länger im Irak auszuharren. Deshalb sei Ramzi Awat Nabi froh über die rasche Ausstellung seines Studentenvisums, bestätigt sein Bruder: "Wir danken allen, die uns in dieser Zeit unterstützt haben. Auch den Behörden, die es jetzt möglich gemacht haben, dass Ramzi wieder nach Deutschland kommen kann."