Vom Atomkraftwerk zur Schmelzanlage für radioaktiven Schrott

Abgeschaltet, Brennelemente weg: Ab Mai wird AKW Fessenheim rückgebaut

Sechs Jahre nach der Stilllegung kommt Bewegung rein: Der Rückbau des AKW Fessenheim startet im Mai. Auf dem Areal soll ab 2031 radioaktiver Schrott eingeschmolzen werden.

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Von Autor/in Anita Westrup, Peter Steffe

Das Atomkraftwerk Fessenheim tritt in eine neue Phase ein: Der Rückbau der Anlagen steht unmittelbar bevor. Bereits 2020 war das damals älteste noch in Betrieb befindliche Kernkraftwerk Frankreichs vom Netz genommen worden. Vor und nach der Stilllegung wurde lange darüber diskutiert, wie das Gelände künftig genutzt werden soll. Schließlich einigte man sich auf den Bau einer Schmelzanlage für radioaktiv belasteten Schrott. Dafür wird nun der Weg geebnet.

Erlass für Rückbau im März erwartet

Der Rückbau des stillgelegten französischen Atomkraftwerks Fessenheim soll im Mai beginnen. Der Erlass für den Rückbau werde im März erwartet, teilte der französische Stromkonzern EDF mit. Nach der Genehmigung der Betriebsvorschriften für den Rückbau durch die Behörde für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz (ASNR) könnten die Arbeiten beginnen.

Abtransport von Brennelementen schon 2022

Das Kraftwerk südlich von Freiburg war 2020 nach 42 Betriebsjahren stillgelegt worden. Atomkraftgegner auch in Deutschland hatten zuvor jahrelang die Abschaltung des Meilers im Elsass gefordert. Der Abtransport aller Brennelemente aus dem Kraftwerk war bereits im September 2022 abgeschlossen worden.

Dampferzeuger werden demontiert

Die Vorarbeiten für den Rückbau seien zu 98 Prozent abgeschlossen, teilte EDF mit. Zu den wichtigsten Arbeiten im ersten Jahr des Rückbaus gehörten die Demontage der drei Dampferzeuger des Reaktors Nr. 1 und die Entfernung der Gestelle, auf denen die verbrauchten Brennelemente nach ihrem Durchlauf durch den Reaktor-Kern gelagert wurden. Diese Arbeiten symbolisierten den konkreten Eintritt des Standorts in eine neue Phase seiner Umgestaltung.

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Schmelzanlage soll 2031 Betrieb aufnehmen

Der französische Stromkonzern will an dem Atomstandort auf einem bisher ungenutzten Areal ab 2027 eine Schmelzanlage für schwach radioaktiv belasteten Schrott errichten. Den Plänen zufolge könnten potenziell 500.000 Tonnen Metalle aus ganz Frankreich verwertet werden, etwa Dampferzeuger aus heimischen Atomkraftwerken. EDF verspricht im sogenannten Technocentre 200 Arbeitsplätze. Die Schrottverwertung soll 2031 in Betrieb gehen, in das Projekt sollen etwa 450 Millionen Euro fließen.

Karte auf dem das Kraftwerk "Tecnocentre" bei Fessenheim zu sehen ist
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Anita Westrup
Anita Westrup ist Reporterin und Redakteurin im SWR Studio in Freiburg.
Peter Steffe
Peter Steffe, Redakteur des SWR-Studio Freiburg während seiner Zeit als ARD-Korrespondent vor dem Burj Khalifa in den Vereinigten Arabischen Emiraten

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