Kunstinstallation "sichtbar. unsichtbar"

Zwischen Licht und Raum: Tausende Meter Garnfäden im Freiburger Münster

Mehrere tausend Meter Baumwollgarn ziehen sich bald durch das Freiburger Münster. Die Künstlerin Elke Maier will ein Wechselspiel aus Licht und Raum erzeugen - mit feinen Fäden.

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Von Autor/in Robert Wolf

Sechs Wochen lang will die Künstlerin Elke Maier Tausende Meter feinen Garn durch das Münster in Freiburg spannen. Die Fäden sollen sich über das silberne Böcklin-Kreuz hinweg bis hin zum 100 Meter entfernten Hochaltar von Hans Baldung Grien ziehen. Je nach Lichteinfall soll der Raum dann eine andere Wirkung haben. Bis Pfingstmontag (25. Mai) soll die Installation fertig sein.

Die Künstlerin Elke Maier blickt auf die ersten Fäden, die im Freiburger Münster gespannt sind.
Die aus Bayern stammende Künstlerin Elke Maier hat schon in anderer großen Sakralbauten Kunst mit Fäden installiert. Für das Freiburger Münster nimmt sie sich sechs Wochen Zeit bis Pfingsten.

Künstlerin will mit den Fäden das Unsichtbare sichtbar machen

Die ersten Fäden hat die aus Bayern stammende Künstlerin Elke Maier am Dienstagnachmittag gespannt. Hoch oben vom Gewölbe bis hinunter vor den Altar. An dieser Stelle hängt normalerweise das Fastentuch, so Katharina Seifert vom Fachbereich "Kunst, Kultur, Kirche" des Erzbischöflichen Ordinariats. Im Laufe der nächsten Tage und Wochen sollen sich dann immer mehr Fäden durch das Münster spannen. Für Elke Maier ein Arbeitsprozess im Zusammenspiel mit Licht im "kontinuierlichen Dialog mit dem Raum".

Es ist eine sehr filigrane Arbeit. Manche Öffnungen sind so klein, dass ich immer nur einen Faden hinunterlassen kann. Dann folgt der nächste Faden.

Eine Besonderheit im Freiburger Münster sind für die Künstlerin vor allem die Buntglasfenster des Sakralbaus, wie sie sagt. Diese lassen die feinen weißen Fäden aus Nähgarn auf eine ganze besondere Art und Weise zur Geltung kommen, hofft die Künstlerin. Von morgens bis abends will sie in den kommenden Wochen Fäden durch das gesamte Münster spannen - mitten im Publikumsverkehr. Das Kunstwerk entsteht öffentlich und verändert sich täglich und mit jedem Faden. Zu Pfingsten soll es dann seinen Abschluss finden. Wie es am Ende aussehen wird, das weiß Elke Maier zu diesem Zeitpunkt noch nicht, sagt sie.

Die ersten Fäden im Freiburger Münster spannen sich vom Gewölbe bis hinunter zum Altar.
Die ersten Fäden im Freiburger Münster spannen sich vom Gewölbe bis hinunter zum Altar.

Die Garnkunst von Elke Meier

Elke Meier kommt ursprünglich aus Bayern und lebt mittlerweile in Kärnten. Ihre Kunst mit Fäden war schon in zahlreichen Kathedralen und Kirchen in Europa zu bestaunen. Doch jedes Mal sei ein völliges neues Werk entstanden, sagt sie. So zum Beispiel im Wiener Stephansdom oder im Bamberger Dom; zum Teil mit fast 60.000 Metern Garn. Jetzt verwirklicht sie ihre neue Kunstinstallation im Kirchenschiff in Freiburg. Unter dem Titel "sichtbar. unsichtbar." webt die Künstlerin eine Installation, die das Unsichtbare sichtbar machen soll.

Die ersten Fäden liegen vor dem Altar. Es ist normales Nähgarn und ist immer weiß.
Die ersten Fäden liegen vor dem Altar nachdem sie vom Gewölbe hinuntergelassen worden sind. Es ist normales Nähgarn und ist immer weiß. Das hat sich für Elke Maier in den letzten Jahren als bestes Medium herausgestellt.

Fäden aus früheren Projekten im Münsterforum

Einen Vorgeschmack geben die abgehängten Fäden einer früheren ähnlichen Aktion der Künstlerin. Ab dem 23. April sind diese - zusammen mit anderen Kunstwerken von Elke Meier - im Münsterforum ausgestellt. Zur Installation im Münster findet am 25. Mai eine Vernissage mit der Künstlerin statt.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Robert Wolf
Robert Wolf im SWR4 Studio

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