Großes Interesse an ausgesetzten Hunden

In Oberndorf ausgesetzte Chihuahuas: Verdacht auf illegale Hundezucht?

Die am Montagabend in Oberndorf am Neckar in einem Pappkarton gefundene Chihuahua-Dame ist nicht die Mutter der fünf Welpen. Könnte eine illegale Hundezucht hinter dem Fund stecken?

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Stand

Von Autor/in Samantha Happ

Am Montagabend gegen 22 Uhr hat ein 30-Jähriger in Oberndorf am Neckar (Kreis Rottweil) eine Chihuahua-Dame und fünf Welpen gefunden. Die Tiere waren in einem Pappkarton ausgesetzt worden. Doch der Fund wirft einige Fragen auf.

Chihuahua-Dame ist nicht die Mutter der Welpen

Nach dem Tierarztbesuch steht fest, die Chihuahua-Dame ist nicht die Mutter der Welpen. Außerdem sind die kleinen Chihuahua-Welpen ganz unterschiedlich alt. "Zwei Tiere sind so etwa sieben Wochen alt, zwei sind zirka zehn Wochen alt und der größte Welpe so etwa zwölf Wochen alt", erklärt Tierschützerin Monika Roth, in deren Obhut sich die Hunde aktuell befinden. Sie betreut in Kooperation mit dem Tierschutzverein Oberndorf am Neckar das Tierheim in Alpirsbach (Kreis Freudenstadt).

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Fünf Welpen und eine Chihuahua-Dame wurden in einem Karton ausgesetzt. Die Polizei ermittelt - und kümmert sich rührend um die Hunde, bevor sie sie an den Tierschutz übergibt.

Stammen die ausgesetzten Chihuahuas aus einer illegalen Hundezucht?

"Der Fund ist kurios", so Roth. Nicht nur, dass die Welpen unterschiedlich alt sind, keiner der Welpen scheint von der Chihuahua-Dame abzustammen, die gemeinsam mit ihnen ausgesetzt wurde. "Die Zitzen der Hündin sehen nicht so aus, als hätte sie in der jüngsten Zeit einen Wurf gehabt." Da kommt schon der Verdacht auf, dass es sich vielleicht um illegale Hundezucht handeln könnte, bestätigt die Tierschützerin. Hinweise aus der Bevölkerung seien bisher keine eingegangen, verrät die Polizei, in Sachen Ermittlungen hält sie sich bedeckt.

Nach dem ersten Wurf wird eine Hündin erst wieder nach mehreren Monaten läufig und kann dann neu gedeckt werden, erklärt Tierärztin Yvonne Pitz. Sie betreibt eine Kleintierpraxis in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Demnach müssen die Welpen von mindestens drei weiteren Hündinnen abstammen. Bei einem Wurf könne mal ein Zeitabstand von zwei Tagen eintreten, bis der letzte Welpe geworfen wurde. Aber keine zwei bis drei Wochen, so Pitz.

Hoffnung auf neues Zuhause: alle Hunde schon reserviert

Eines steht jedenfalls schon jetzt fest, sollten die Tiere durch das Veterinäramt und die Polizei freigegeben werden und alt genug sein, dürfen sie sich alle auf ein neues Zuhause freuen. "Das Telefon steht nicht mehr still", erzählt Monika Stein lachend. Ganz allgemein seien das Interesse und auch die Solidarität groß. "Gerade hat sich ein Tierhandel aus Freudenstadt gemeldet. Sie wollen Welpenfutter spenden", freut sich die Tierschützerin. Alle Tiere sind schon reserviert, sagt sie und verweist dabei auf die vielen verbleibenden, die in den zahlreichen, oft überfüllten Tierheimen noch auf eine neue Chance warten.

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