Der Zwist zwischen dem Unternehmer Martin Herrenknecht und der Gemeinde Schwanau-Allmannsweier (Ortenaukreis) nimmt immer kuriosere Züge an. Vor zwei Wochen hatte Herrenknecht in seinem Heimatort eigenmächtig 20 Blumenkübel zur Verkehrsberuhigung entfernen lassen. Seitdem standen die Kübel auf dem Gelände des Unternehmens. Einer neben dem anderen aufgereiht. Jetzt wurden sie entfernt und sind wieder bei der Gemeinde Schwanau gelandet - allerdings auf Umwegen.
Blumenkübel im Internet inseriert
Wie die Polizei dem SWR auf Nachfrage mitteilte, waren die Blumenkübel am Samstag im Internet angeboten worden. In dem Inserat hieß es, die Kübel könnten kostenlos vom Gelände der Firma Herrenknecht abgeholt werden. Zwei Männer hätten sich dann auf den Weg gemacht, um sie einzuladen, so die Polizei. Dabei seien sie beobachtet worden. Eine Frau verständigte die Polizei. Vor Ort forderten die Beamten die beiden Männer dann auf, die Blumenkübel zur Gemeinde zu bringen. Gegen das Duo und den Inserenten wird nun ermittelt.
"Sesselfurzer" - Herrenknecht wettert gegen Landratsamt
Zwischen der Gemeinde Schwanau und dem Unternehmer Herrenknecht sollten Gespräche stattfinden. Doch sowohl Herrenknecht als auch das Rathaus zeigen sich unversöhnlich. Eine Einigung im Blumenkübel-Streit ist nicht in Sicht.
Für Martin Herrenknecht sind die Kübel "ein rotes Tuch". Das hat der Gründer des Unternehmens für Tunnelvortriebsmaschinen jetzt noch einmal in der "Badischen Zeitung" klargemacht. Sobald die Gemeinde die Blumenkübel wieder aufstelle, wolle Herrenknecht sie wegschaffen und dieses Mal dann vor dem Landratsamt abstellen. Damit, so Martin Herrenknecht, "die Sesselfurzer endlich mal merken, worum es geht in Deutschland".
Bürgermeister: Pflicht, Recht und Ordnung herzustellen
Schwanaus Bürgermeister Marco Gutmann (parteilos) betonte laut der Zeitung, er sei zwar bereit, eine Lösung zu finden, es gebe auch bereits Ideen. Er stellte allerdings auch klar: "Wenn das aber nicht funktioniert, bin ich in der Pflicht, Recht und Ordnung herzustellen." Die Gemeinde erklärte, dass die Kübel bald wieder in der 30er-Zone aufgestellt werden sollen. Allerdings umgerüstet mit größeren Reflektoren, so wie es das Landratsamt gefordert hat.
Streit entbrannte vor zwei Wochen
Der Zankapfel sind Blumenkübel, die die Gemeinde vor rund zwei Monaten auf Durchgangsstraßen aufgestellt hatte. Sie sollen Parkbuchten besser sichtbar machen und den Verkehr beruhigen. So hatte es der Ortschaftsrat zuvor beschlossen. Der Tunnelbau-Unternehmer Herrenknecht war mit diesen Blumenkübeln aber offenbar nicht einverstanden.
Der Familienkonzern bestätigte, dass sein Gründer die Pflanzenbehälter von einer öffentlichen Straße habe entfernen lassen. Denn laut Herrenknecht stellten die Kübel eine Gefahr für seine Mitarbeitenden auf dem Weg zur Arbeit dar. Herrenknecht stellt große Tunnelbohrmaschinen her und beschäftigt rund 5.000 Menschen.