Protest gegen die Gemeinde Schwanau

Blumenkübel in Tempo-30-Zone entfernt: Diskussion um Aktion von Konzernchef

Der Unternehmer Martin Herrenknecht hat in seinem Heimatort Schwanau-Allmannsweier aus Protest eigenmächtig 20 Blumenkübel entfernt. Damit hat sich die Sache aber nicht erledigt.

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Von Autor/in Ulf Seefeldt

Wirbel um Blumenkübel in Schwanau-Allmannsweiler im Ortenaukreis: Der Familienkonzern Herrenknecht hat bestätigt, dass sein Gründer Martin Herrenknecht mehrere Pflanzenbehälter von einer öffentlichen Straße entfernen ließ. Wegen der großen Kübel in einer Tempo-30-Zone der Gemeinde kam es nach Martin Herrenknechts Auffassung zu unübersichtlichen Situationen und potenziellen Gefährdungen.

Im Ort waren vor einigen Wochen in der Tempo-30-Zone 20 Blumenkübel aufgestellt worden. Sie sollen Parkbuchten besser sichtbar machen. So hatte es der Ortschaftsrat zuvor beschlossen. Der Tunnelvortriebs-Unternehmer Herrenknecht war mit diesen Blumenkübeln offenbar nicht einverstanden. Deshalb hatte er sie jetzt in einer nächtlichen Aktion entfernen lassen - vermutlich mit Fahrzeugen aus seiner Firma.

Herrenknecht lässt Blumenkübel entfernen: "Stehe für meine Mitarbeiter ein"

In einer Mail an seine Beschäftigten teilt Martin Herrenknecht mit: "Sicherlich werden Sie bemerkt haben, dass wir die Betonblumenkübel im Herrenweg entsorgt haben. Ich stehe für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, um Ihnen einen sicheren Anfahrtsweg zu Ihrem Arbeitsplatz zu garantieren, gerade jetzt, wenn es im Herbst neblig und dunkel ist." Weiter heißt es: so könne verhindert werden, dass jemand auf diese Verkehrshindernisse auffährt. Herrenknechts Meinung nach sind sie "irrsinnig".

Der Schwanauer Unternehmer Martin Herrenknecht
Der Schwanauer Unternehmer Martin Herrenknecht

Wie das Unternehmen mitteilte, unterstützt der Firmenchef das Einführen von Tempo-30-Zonen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. An der betreffenden Stelle in Schwanau habe er jedoch einen Einwand: "Die praktische Umsetzung der Verkehrsberuhigung muss aus Sicht von Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht verbessert werden, anstelle von mit Beton gefüllten Kübeln, die wegen der viel zu kleinen Katzenaugen nicht sichtbar sind", teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Blumenkübel entfernt: Genau genommen ist es Diebstahl

Die Blumenkübel gehören der Gemeinde Schwanau. Deshalb handelt es sich genau genommen um Diebstahl. Nun stehen die Kübel gut sichtbar aufgereiht auf Herrenknechts Firmengelände in Schwanau-Allmannsweier direkt an einer Straße. Einige der Kübel hat er auch zum Rathaus in Schwanau-Ottenheim transportieren lassen.

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Die Gemeinde sagt: Die Kübel müssen wieder da hin, wo sie waren. Das sei politisch so gewollt gewesen. Es handle sich um eine verkehrsrechtliche Anordnung. Man sei deshalb im Gespräch mit Herrenknecht. Zudem weist Bürgermeister Marco Gutmann (parteilos) darauf hin, dass es eine Umgehungsstraße gibt, über die die Beschäftigten gut zu den Parkplätzen der Firma fahren könnten. Der Verkehr müsse nicht durch den Tempo-30-Bereich direkt im Ort fließen.

In der "Badischen Zeitung" kündigte Herrenknecht indes an, er werde seine Aktion wiederholen, sollten erneut Blumenkübel aufgestellt werden. Er werde diese erneut entfernen. "Meine Absicht ist, meine Mitarbeiter zu schützen, die um halb sechs zur Arbeit fahren."

Einer der Blumenkübel, die Martin Herrenknecht hat entfernen lassen, steht auf einer Fläche.
So sehen die Blumenkübel aus, die Martin Herrenknecht hat entfernen lassen.
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Ulf Seefeldt
Ulf Seefeldt mit Mikrofon in der Hand im SWR Studio Offenburg

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