Wahlkreis Lörrach-Müllheim ohne Abgeordnete

Bundestagswahl: Alle Ergebnisse und Reaktionen aus Südbaden

Der Wahlkreis Lörrach-Müllheim wird nicht in Berlin vertreten sein. Die grüne Kandidatin Chantal Kopf verteidigt ihr Direktmandat in Freiburg. Die CDU gewinnt die restlichen Wahlkreise in Südbaden.

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Stand

Der Wahlkreis Lörrach-Müllheim wird im nächsten Bundestag nicht durch Abgeordnete vertreten sein. Die Freiburger Grünen trotzen dem Bundestrend, Jubel auch bei den Freiburger Linken und der AfD im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen, Vorfreude bei der CDU und deutliche Selbstkritik bei der SPD in Emmendingen. Alle Ergebnisse und erste Reaktionen der Parteien und Kandidaten in Südbaden auf das Wahlergebnis.

Hier die Zweitstimmen-Verteilung in den Wahlkreisen:

Weitere Ergebnisse aus den Wahlkreisen im Überblick:

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Wahlkreis Lörrach-Müllheim nicht im Bundestag vertreten

Aus dem Wahlkreis Lörrach-Müllheim wird kein Abgeordneter im nächsten Bundestag sitzen. Der CDU-Kandidat Stefan Glaser hat den Wahlkreis zwar gewonnen, zieht aber trotzdem nicht ein. Denn da die CDU mehr Wahlkreise gewonnen hat, als ihr Sitze nach dem Ergebnis der Zweitstimmen zustehen, gehen einige Kandidaten leer aus. So auch Glaser.

Er sagte dem SWR, er habe gewusst, dass es so kommen könnte. Mit seinem Ergebnis sei er insgesamt zufrieden. Aber: "Das neue Wahlrecht ist ungerecht und das muss zurückgedreht werden." Beim Wahlkreis Lörrach-Müllheim kommt hinzu: Die Kandidierenden der anderen Parteien waren zum Großteil nicht über Landeslisten abgesichert. Und bei der Kandidatin der Grünen, Jasmin Ateia, hat ihr Listenplatz nicht für einen Einzug gereicht. Sie hatte am Abend noch gehofft, mit dem vorläufigen Ergebnis steht aber fest: Auch sie wird nicht in den Bundestag kommen.

Zum Hintergrund: Wegen der Wahlrechtsreform, die nun zum ersten Mal greift, ziehen nicht mehr alle siegreichen Wahlkreis-Kandidierenden in den Bundestag ein: Sie bekommen nur noch dann ein Mandat, wenn ihre Partei auf genügend Zweitstimmen kommt, anderenfalls gehen die siegreichen Direktkandidaten leer aus. Die früher üblichen Überhang- und Ausgleichsmandate entfallen. Künftig hat der Bundestag statt 733 nur noch 630 Abgeordnete.

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Grüne im Wahlkreis Freiburg feiern erneutes Direktmandat

Bei den Grünen herrschte in deren Hochburg Freiburg am Abend große Freude, als klar wurde: Chantal Kopf, die Direktkandidatin für den Wahlkreis Freiburg, hat ihr Bundestagsmandat verteidigt. Nach dem vorläufigen Ergebnis lag sie mit rund 32,5 Prozent der Erststimmen klar vor dem CDU-Kandidaten Klaus Schüle, der 24,55 Prozent bekam. "Ich bin sehr froh und dankbar über das Vertrauen hier im Wahlkreis", sagte Kopf. Sie konnte das Direktmandat nicht nur verteidigen, sondern ihr Ergebnis von 2021 sogar noch verbessern.

Bei den Zweitstimmen büßten die Grünen im Wahlkreis Freiburg, zu dem auch einige Gemeinden des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald zählen, allerdings satte fünf Prozentpunkte ein.

SPD-Kandidat Fechner: "Fehler, mit Scholz in den Wahlkampf zu gehen"

Johannes Fechner, SPD-Kandidat für den Wahlkreis Emmendingen-Lahr, wird deutlich: Das Wahlergebnis sei ein "historisches Debakel" für die Sozialdemokraten. Und: Es sei ein Fehler gewesen, mit Bundeskanzler Olaf Scholz in den Wahlkampf zu gehen. Scholz sei aus der Zeit der Ampel-Regierung beschädigt gewesen. "Mit Boris Pistorius hätten wir sicher deutlich besser abgeschnitten." Für Fechner selbst hat das schlechte SPD-Resultat keine unmittelbaren Konsequenzen - er zieht über einen guten Platz auf der Landesliste in den Bundestag ein.

Freiburger Linken-Kandidat Glaser vor Einzug in den Bundestag

Jubel bei der Wahlparty der Linken in Freiburg
Jubel bei der Wahlparty der Linken in Freiburg. Nach ersten Hochrechnungen kommt die Partei bundesweit auf über acht Prozent.

Auf der Wahlparty der Linken in Freiburg brach nach der Prognose um 18 Uhr großer Jubel aus. Es hat auch schon erste Glückwünsche an den Freiburger Kandidaten Vinzenz Glaser gegeben. Er wird über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Dass die Linken so gut abschneiden, damit haben die Anhängerinnen und Anhänger der Partei - trotz der enormen Aufholjagd der vergangenen Wochen - nicht gerechnet. Entsprechend groß ist nun die Freude.

Schreiner: CDU mit klarem Auftrag für Politikwechsel in Deutschland

Portrait des CDU-Kandiaten im Wahlkreis Waldhut, Felix Schreiner
Felix Schreiner hat 2021 das Direktmandat im Wahlkreis Waldshut geholt. Auch 2025 will er für die Union in den Bundestag einziehen.

Die CDU im Wahlkreis Waldshut hat den Erfolg der Partei bei den Bundestagswahlen gefeiert. Felix Schreiner sieht das als Bestätigung seiner Arbeit. "Das Ergebnis ist ein klarer Auftrag für den Politikwechsel. Friedrich Merz hat den Regierungsauftrag." Der Waldshuter Bundestagsabgeordnete sitzt seit 2017 für den Wahlkreis Waldshut im Deutschen Bundestag und kann seine Arbeit dort in den nächsten vier Jahren fortsetzen.

Für Yannick Bury, CDU-Kandidat für den Wahlkreis Emmendingen-Lahr, spiegelt die sehr hohe Wahlbeteiligung "das wider, was ich in den vergangenen Wochen im Wahlkampf erlebt habe. Die Menschen haben ein großes Interesse an Politik." Grundsätzlich wünsche er sich ein Zweierbündnis. Die Bedingung müsse aber sein, dass es einen Politikwechsel gebe in der Wirtschaftspolitik, in der Sicherheits- und Migrationspolitik.

Freude und Jubel bei der AfD im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen

Die AfD kann feiern: Bei der Wahlparty der Partei in Gosheim (Kreis Tuttlingen) war der Jubel groß, als gegen 19:30 Uhr neue Zahlen bekannt wurden: Denn nach diesen Hochrechnungen schafft es die AfD, die 20 Prozent zu knacken. Zunächst schien die Partei darunter zu liegen. Der AfD-Kandidat für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen, Joachim Bloch, schafft es in den Bundestag.

Auch der Kandidat der AfD im Wahlkreis Emmendingen-Lahr, Michael Blos, zieht über die Landesliste in den Bundestag ein. Das Zugticket für Montagfrüh nach Berlin sei bereits gebucht, sagte er dem SWR. Es sei "sehr laut" bei der Wahlkampfveranstaltung gewesen, so Blos. Auch die Kandidatin der AfD aus dem Wahlkreis Freiburg, Martina Kempf, hat es kanpp über die Landesliste geschafft.

Politikexperte Wehner erwartet schwierige Koalitionsverhandlungen

Der Freiburger Politikwissenschaftler Michael Wehner von der Landeszentrale für politische Bildung rechnet nach den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl mit einer schwierigen Regierungsbildung. Es sei jetzt noch nicht absehbar, "dass es eine klare Zweier-Koalition gibt", sagte Wehner im SWR-Interview. Die AfD werde trotz ihres Wahlerfolges in den kommenden vier Jahren keine Rolle im Bundestag spielen, glaubt Wehner.

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