Martial Hild, ein Obdachloser aus Colmar, zeigt sich hoffnungsvoll: "Etwas wärmer schlafen? Das wäre gut." Mitglieder des Vereins "Bretz'maraude" haben ihm ein Wärmeschutz-Iglu gegeben. Damit hofft er, die kalten Nächte besser zu überstehen.
Der speziell entwickelte Unterschlupf wiegt nur 10 Kilogramm und ist damit leicht zu transportieren. Das Iglu ist eine Art Tunnel aus Polyethylenschaum und Aluminium. Es ist so konstruiert, dass es die Körperwärme speichern und die Temperatur im Inneren deutlich erhöhen kann – bis zu 15 Grad Unterschied zur Außentemperatur. Mit 1,20 Meter Breite, 2 Meter Länge und 90 Zentimeter Höhe bietet es zudem genug Platz zum Schlafen. Zusätzlich erhalten die Obdachlosen vom Verein ein Set aus Schlafsack, Rettungsdecke und Stirnlampe.
Verein verteilt die Iglus an Bedürftige
Die Verteilung der Iglus erfolgt sehr gezielt, erklärt Frédéric Meyer, Gründer des Vereins "Bretz'maraude": "Das Hauptkriterium ist die Obdachlosigkeit. Wir gehen in die einzelnen Viertel, zu denen, die wirklich obdachlos sind. Ein weiteres Kriterium ist, dass wir die Iglus nicht in der Innenstadt verteilen." Der Grund: In zentralen Lagen könnten die Iglus gestohlen oder beschädigt werden. Stattdessen konzentriert sich der Verein auf Menschen, die sich weigern, in Notunterkünfte zu gehen.
Auch andere Städte nutzen Iglus als Notunterkunft
Die Idee der speziellen Iglus stammt ursprünglich aus Bordeaux. Etwa 250 sind nach Angaben der Organisation "IGLOU" bereits in Frankreich im Einsatz. Auch in Tschechien, Deutschland und weiteren europäischen Ländern werden die Nothilfe-Iglus von Vereinen verteilt.
Die Iglus sollen nicht nur praktisch, sondern auch nachhaltig sein: Im Frühjahr werden sie wieder eingesammelt, gereinigt und für den nächsten Winter vorbereitet. So soll die Hilfe langfristig verfügbar bleiben.